# Verändert KI den Beruf Systemanalytiker?

Das Klären der Anforderungen gilt als weniger betroffen als die Umsetzung dahinter — und das Konzipieren bekommt mit der KI-Integration eine neue Aufgabe.

## Einordnung im Vergleich

Die Internationale Arbeitsorganisation stuft diesen Beruf als im unteren Bereich der von generativer KI berührten Berufe ein.

*Quelle: ILO, Generative AI and Jobs (Working Paper 140), 2025 — übernommene Einstufung*

In unserer eigenen Auswertung gehört dieser Beruf zum obersten Fünftel von 411 verglichenen Berufen.

*Eigene Auswertung von SapientShift (SapientShift-Tätigkeitsanalyse) auf Basis der ILO-Werte*

Ähnlich betroffen sind nach unserer Auswertung: [Grafik- und Multimediadesigner](https://sapientshift.com/berufe/grafik-und-multimediadesigner), [Weitere Datenbank- und Netzwerkberufe](https://sapientshift.com/berufe/weitere-datenbank-und-netzwerkberufe), [Ingenieure im Bereich Telekommunikationstechnik](https://sapientshift.com/berufe/ingenieure-im-bereich-telekommunikationstechnik).

In der Gruppe IT & Kommunikationstechnologie haben wir 9 Berufe verglichen. Keiner ist weniger betroffen als dieser.

## Tätigkeiten und ihre Entwicklung

- **Daten, Trends und Ergebnisse analysieren und interpretieren** — verändert — für diesen Beruf einzeln gemessen
  Das maschinelle Auswerten von Daten übernimmt zunehmend die KI, das Deuten der Ergebnisse wird wichtiger.
- **Software entwickeln, pflegen und Systeme absichern** — verändert — für diesen Beruf einzeln gemessen
  Das Schreiben von Code wird schneller, das Prüfen und Entwerfen wichtiger.
- **Systemanforderungen klären und IT-Lösungen konzipieren** — verändert — für diesen Beruf einzeln gemessen
  Das Konzipieren von IT-Lösungen wandelt sich, das Einpassen von KI in bestehende Abläufe kommt als eigene Aufgabe hinzu.

## Was dieser Beruf heute macht

Bevor ein IT-System gebaut wird, klären Systemanalytiker erst, was ein Unternehmen wirklich braucht – und wo es gerade hakt.

## Was KI verändert

Innerhalb der Kette aus Anforderung, Konzept und Umsetzung ist der vordere Teil — das Klären, was gebraucht wird — geringer betroffen als die umsetzende Seite wie Programmierung und Datenbankdesign; die Betroffenheit ist dabei gleichmässig moderat, nicht auf Randaufgaben konzentriert. Zugleich bekommt die Rolle einen neuen Gegenstand: Rund die Hälfte aller ausgeschriebenen KI-Integrationsstellen entfällt auf Computer- und Mathematikberufe, deren Arbeit dieselbe Studie als ergänzend statt ersetzend einstuft. Der einzige klare Produktivitätsbefund betrifft das Codieren, mit gut einem Viertel mehr erledigter Aufgaben — für urteilsintensive Arbeit reicht das Bild dagegen bis hin zu einer Verlangsamung. Für Anforderungserhebung, Stakeholder-Dialog und Lösungsentwurf gibt es bislang keine einzige Messung.

## Wo diese Aussage endet

Die vorliegenden Studien widersprechen sich: Die eine sieht ein wachsendes Risiko, dass KI Teile der Arbeit ersetzt, die andere eher ein Werkzeug, das die Arbeit ergänzt. Welche Richtung überwiegt, lässt sich nach heutigem Stand nicht entscheiden. Beide Entwicklungen sind möglich — wie es ausgeht, dürfte stark davon abhängen, wie die Werkzeuge im Arbeitsalltag konkret eingesetzt werden.

## Was die Studien sagen

### Daten, Trends und Ergebnisse analysieren und interpretieren

- Die ausführenden Berufe liegen in der oberen Expositionsklasse (Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure (ILO Working Paper 140), 2025 — ILO WP 140, Table A1, PDF-S. 51–52 (gedr. S. 48–49); ILO WP 140, Table 5 „GenAI Exposure Gradients: Definition and Interpretation", PDF-S. 41 (gedr. S. 38))
- Die Analyse-/Interpretationskompetenz wird nicht ersetzt, sondern wichtiger (Skills in the AI Age (OECD AI Papers No. 60), 2026 — OECD AI Papers No. 60, Skills in the AI Age, PDF-S. 21 (gedr. S. 20) [norm.: „ability"])
- Datenauswertung ist die verbreitetste KI-Anwendung überhaupt, und sie trifft genau diese Berufsgruppen (Artificial Intelligence and the Labor Market (NBER Working Paper 33509), 2025 — Hampole et al., NBER WP 33509, Abschn. 1.2, PDF-S. 14 (gedr. S. 11); ebd., Abschn. 2.3 „Stylized Facts about AI Job Exposure", PDF-S. 24 (gedr. S. 22); ebd., Appendix B.2, Cluster 9, PDF-S. 86 (gedr. S. 83))
- Die Verschiebung ist ungleich: Breite der Exposition entscheidet über Verdrängung vs. Umverteilung (Artificial Intelligence and the Labor Market (NBER Working Paper 33509), 2025 — Hampole et al., NBER WP 33509, PDF-S. 25 (gedr. S. 22))
- Erwartungsseite: Rollen mit Datenanalyse-Kern wachsen (The Future of Jobs Report 2025, 2025 — WEF Future of Jobs Report 2025, Key Findings, PDF-S. 6 (gedr. S. 5))

### Software entwickeln, pflegen und Systeme absichern

- Die ILO stuft Programmiertätigkeiten 2025 ausdrücklich als gestiegen exponiert ein (Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure (ILO Working Paper 140), 2025 — ILO WP 140, Abschnitt „Summary of findings", PDF-S. 49–50)
- Gemessene Produktivitätsverschiebung in der Softwareentwicklung: +26 % Pull Requests (AI Index Report 2026, Kapitel 4: Economy, 2026 — Stanford HAI, AI Index 2026, Kap. 4.4 „Productivity Trends", PDF-S. 49 (gedruckt S. 219))
- KI-Exposition senkt betrieblich die Nachfrage nach Programmier-Skills in Stellenanzeigen (Artificial Intelligence and the Changing Demand for Skills in the Labour Market (OECD AI Papers No. 14), 2024 — OECD AI Papers No. 14, Abschnitt 4 / Figure 4.5, PDF-S. 39 (gedruckt S. 39))
- Beschäftigungsverschiebung konzentriert sich auf den Berufseinstieg, nicht auf den Beruf als Ganzes (AI Index Report 2026, Kapitel 4: Economy, 2026 — Stanford HAI, AI Index 2026, Kap. 4.4 „Workforce Impact", PDF-S. 51 (gedruckt S. 221), unter Verweis auf Brynjolfsson et al. 2025)
- Firmenerwartungen: Softwareentwicklung gehört zu den Funktionen mit den höchsten erwarteten Personalreduktionen (AI Index Report 2026, Kapitel 4: Economy, 2026 — Stanford HAI, AI Index 2026, Chapter Highlights, PDF-S. 3 (gedruckt S. 173), McKinsey-Umfrage)

### Systemanforderungen klären und IT-Lösungen konzipieren

- Die ausführenden Berufe liegen im moderaten bis signifikanten Expositionsbereich, nicht im unexponierten. (Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure (ILO Working Paper 140), 2025 — ILO Working Paper 140, Table A1 „ISCO-08 occupations by exposure gradient", PDF-S. 52 (gedruckt S. 49).)
- Die Exposition dieser Berufsgruppe ist gegenüber der ILO-Fassung 2023 gestiegen — ausdrücklich wegen zunehmender Automatisierbarkeit spezialisierter Fachaufgaben. (Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure (ILO Working Paper 140), 2025 — ILO Working Paper 140, Abschnitt „Conclusions"/Zusammenfassung der Revision, PDF-S. 49–50 (gedruckt S. 46–47).)
- Auf der Nachfrageseite entsteht innerhalb genau dieser Berufsgruppe eine neue Aufgabe: das Identifizieren geeigneter KI-Einsatzstellen und deren Anpassung an bestehende Abläufe. (Artificial Intelligence and the Labor Market (NBER Working Paper 33509), 2025 — Hampole et al., „AI and the Labor Market", NBER WP 33509, Fußnote 5, PDF-S. 9.)
- Die Berufsgruppe, die diese Tätigkeit ausführt, ist in der Messung explizit als KI-komplementär behandelt worden — sie stellt rund die Hälfte aller KI-Integrator-Stellen. (Artificial Intelligence and the Labor Market (NBER Working Paper 33509), 2025 — Hampole et al., NBER WP 33509, Abschnitt 3 (Labor demand for specific jobs), PDF-S. 30.)
- Betriebsseitig ist die IT-/Software-Engineering-Funktion diejenige mit der höchsten gemeldeten KI-Nutzung. (AI Index Report 2026, Kapitel 4: Economy, 2026 — Stanford HAI, AI Index 2026, Kap. 4.3 Corporate AI Adoption, PDF-S. 24 (gedruckt S. 194).)

## Provenienz und Zitierhinweis

- Stand der Prüfung: 2026-07-19
- Methode: SapientShift-Tätigkeitsanalyse
- ISCO-08: 2511
- Mittlere Exposition (ILO): 0.49
- Streuung (SD, ILO): 0.05
- ILO-Stufe: Gradient 2
- Band (eigene Auswertung): oberes Fuenftel
- Vergleichsbasis: 411 Berufe

### Quellen

- [Artificial Intelligence and the Changing Demand for Skills in the Labour Market (OECD AI Papers No. 14)](https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2024/04/artificial-intelligence-and-the-changing-demand-for-skills-in-the-labour-market_861a23ea/88684e36-en.pdf) (2024), OECD Publishing, Paris
- [Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure (ILO Working Paper 140)](https://www.ilo.org/sites/default/files/2025-05/WP140_web.pdf) (2025), International Labour Office, Genf
- [Skills in the AI Age (OECD AI Papers No. 60)](https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2026/07/skills-in-the-ai-age_e8d8c1e6/972bd15e-en.pdf) (2026), OECD Publishing, Paris
- [AI Index Report 2026, Kapitel 4: Economy](https://hai.stanford.edu/assets/files/ai_index_report_2026_chapter_4_economy.pdf) (2026), Stanford Institute for Human-Centered AI (HAI)
- [Artificial Intelligence and the Labor Market (NBER Working Paper 33509)](https://www.nber.org/system/files/working_papers/w33509/w33509.pdf) (2025), National Bureau of Economic Research
- [The Future of Jobs Report 2025](https://www3.weforum.org/docs/WEF_Future_of_Jobs_Report_2025.pdf) (2025), World Economic Forum, Genf

### Diese Seite zitieren

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SapientShift (2026): Systemanalytiker — KI-Betroffenheit nach Tätigkeiten. Stand 19.07.2026. https://sapientshift.com/berufe/systemanalytiker
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https://sapientshift.com/employee-input?rolle=systemanalytiker&from=beruf
