KI-Lösungen · Use Case

Leichtere Bauteile durch generatives Design

KI-Algorithmen erzeugen Tausende von Designvarianten für Bauteile, die Gewicht, Material und Kosten optimieren und gleichzeitig die strukturelle Integrität sicherstellen.

Generatives Design ermöglicht Ihrem Unternehmen, Bauteile mit 10 bis 50 Prozent weniger Gewicht bei gleichzeitig verbesserter struktureller Integrität herzustellen. Tausende Designvarianten werden parallel ausgewertet, um optimale Lösungen für Gewicht, Materialkosten und Fertigungseffizienz zu finden. Das beschleunigt Entwicklungszyklen um 30 bis 50 Prozent und senkt Herstellungskosten nachhaltig.

Worum es geht

Dieser Anwendungsfall beschreibt den Einsatz von KI im Designprozess, um hochoptimierte, oft organisch anmutende Bauteile zu entwerfen. Ingenieure und Designer geben Ziele und Randbedingungen wie Material, Fertigungsmethode und Belastungsanforderungen in eine Software wie Autodesk Fusion 360 ein. Die KI erforscht daraufhin autonom den Lösungsraum und generiert Hunderte bis Tausende von validen, fertigbaren Designalternativen. Ein bekanntes Beispiel ist die Neugestaltung eines Sitzhalters bei General Motors, der durch generatives Design 40% leichter und 20% stärker wurde und aus einem statt acht Bauteilen besteht. Dieser Ansatz revolutioniert die Produktentwicklung und ermöglicht es, innovative Formen zu schaffen, die menschliche Designer allein kaum konzipieren könnten.

Einordnung

  • Reifegrad: Growing
  • Komplexität: Mittel
  • Technologie: Generative AI, Cloud Computing, 3D-CAD

Passende Branchen

  • Automobilindustrie
  • Bauwirtschaft
  • Maschinenbau & Anlagenbau
  • Möbelherstellung

Typische Einsatzmuster

  • Ein Automobilhersteller nutzt generatives Design, um ein Fahrwerksteil wie einen Federbeinanschluss zu optimieren und dabei Gewicht und Materialkosten bei gleichbleibender Belastbarkeit zu reduzieren.
  • Ein Architekturbüro setzt generative Design-Algorithmen ein, um Tragwerksstrukturen für Gebäude zu optimieren und dabei Materialeinsatz sowie Kosten bei geforderter Stabilität zu minimieren.
  • Ein Maschinenbauunternehmen verwendet generatives Design, um Getriebegehäuse oder Halterungen zu überarbeiten und mehrere vormals separate Komponenten zu einem einzigen, leichteren Bauteil zu fusionieren.

Voraussetzungen

  • Die Integration von Cloud-basiertem generativen Design mit bestehenden CAD-Systemen wie Autodesk, Siemens NX oder SolidWorks ist eine grundlegende technische Voraussetzung für die Implementierung. Qualitativ hochwertige Trainingsdaten zu Materialeigenschaften, Fertigungsrestriktionen und Lastfällen müssen aufbereitet und zugänglich sein. Konstrukteure und Ingenieure benötigen Schulungen im Umgang mit generativen Design-Tools sowie ein grundlegendes Verständnis der neuen Arbeitsweise zwischen KI-Generierung und menschlicher Bewertung.

Nutzen

Für Unternehmen

  • Beschleunigung des Produktentwicklungsprozesses
  • Reduzierung von Materialverbrauch und Herstellungskosten
  • Ermöglichung von Bauteilkonsolidierung (weniger Teile)
  • Steigerung der Produktleistung (z.B. Stabilität, Gewicht)

Für Beschäftigte

  • Verlagerung des Fokus von repetitiver Konstruktion zu kreativer Problemlösung
  • Schnelles Erkunden von hunderten Designalternativen
  • Erweiterung der kreativen Möglichkeiten durch KI-Partnerschaft
  • Demokratisierung von komplexen Simulationen und Optimierungen

Für Privatpersonen

  • Zugang zu leichteren und effizienteren Produkten
  • Potenziell niedrigere Preise durch optimierte Fertigung
  • Neue Design-Ästhetiken und innovative Produktformen
  • Verbesserte Produktleistung und Haltbarkeit

Herausforderungen

Für Unternehmen

  • Erfordert ein Umdenken in traditionellen Design- und Fertigungsprozessen
  • Hohe Anforderungen an die Rechenleistung (oft Cloud-basiert)
  • Integration in bestehende CAD- und PLM-Workflows
  • Die besten Ergebnisse werden oft in Kombination mit additiver Fertigung (3D-Druck) erzielt

Für Beschäftigte

  • Die Kunst, die richtigen Ziele und Randbedingungen für die KI zu definieren
  • Vertrauen in die oft unkonventionellen Ergebnisse der KI aufbauen
  • Notwendigkeit, neue Software und Arbeitsweisen zu erlernen
  • Interpretation und Auswahl aus einer großen Anzahl von Designoptionen

Für Privatpersonen

  • Akzeptanz für unkonventionelle, organische Designs
  • Sicherstellung der Langzeit-Haltbarkeit von neuartigen Strukturen
  • Mangelnde Transparenz über den Einsatz von KI im Designprozess

Wirkung

Klassische regelbasierte Software mit If-Then-Logik kann keine Myriaden von Designoptionen durchsuchen und keine komplexen, organischen Formen erzeugen, die leichter und stabiler sind. Sie erfordert manuelle Iterationen und testet nicht simultan mehrere Parameter wie Gewicht, Kosten und strukturelle Integrität, was zu längeren Entwicklungszyklen und suboptimalen Lösungen führt. Generatives Design nutzt KI-Algorithmen für die automatisierte Erkundung von Millionen von Varianten, die herkömmliche Methoden weder zeitlich noch kognitiv bewältigen können.

Für Unternehmen

Unternehmen wie General Motors und Airbus haben bereits Wettbewerbsvorteile durch 40 bis 50 Prozent Gewichtsreduktion bei gleichzeitiger Verbesserung der strukturellen Eigenschaften ihrer Bauteile erzielt. Konkurrenten ohne Zugang zu generativem Design benötigen länger für die Produktentwicklung und produzieren möglicherweise schwerere, teurere Bauteile mit geringerer Marktrelevanz.

Unternehmen senken ihre Herstellungskosten um 6 bis 20 Prozent durch effizienteren Materialeinsatz und die Integration ehemals separater Komponenten. Entwicklungszeitverkürzungen von 30 bis 50 Prozent beschleunigen die Time-to-Market erheblich, was in wettbewerbsintensiven Branchen like der Automobilindustrie entscheidend ist. Konkrete ROI-Zahlen variieren stark nach Branche und Anwendungsumfang.

Der Konstruktionsprozess verschiebt sich fundamental: Ingenieure definieren statt tausender einzelner CAD-Iterationen nun Parameter und Randbedingungen, während die KI hunderte oder tausende Designvarianten automatisch erkundet. Das ermöglicht eine parallele statt sequenzielle Entwicklung, verkürzt Feedback-Schleifen und reduziert manuelle Arbeitsstunden in der Entwurfsphase deutlich.

Für Beschäftigte

Der Arbeitsalltag von Konstrukteuren und Ingenieuren verlagert sich weg von monotonen CAD-Iterationen hin zur kreativen Bewertung und Auswahl aus KI-generierten Designalternativen. Repetitive Aufgaben wie das manuelle Durchtesten von hundert Entwürfen gehören der Vergangenheit an, während neue Aufgaben wie das Formulieren von Designzielen und Fertigungsrestriktionen hinzukommen.

Die Rolle des Ingenieurs entwickelt sich von der manuellen Erstellung von Bauteilen hin zur strategischen Auswahl und Optimierung von KI-generierten Lösungen. Dies ist keine Bedrohung, sondern eine Aufwertung: Langweilige Iterationsarbeit wird durch anspruchsvollere Bewertungs- und Entscheidungsaufgaben ersetzt, was die Ingenieurskunst wieder stärker in den Vordergrund rückt.

Konstrukteure müssen lernen, mit generativen Design-Tools zu arbeiten und deren Ergebnisse kritisch zu bewerten, anstatt Entwürfe selbst zu modellieren. Das erfordert ein tieferes Verständnis von Fertigungsprozessen, Materialeigenschaften und struktureller Analyse sowie die Fähigkeit, Designziele präzise als Parameter zu formulieren.

Für Privatpersonen

Endkunden profitieren von Produkten, die leichter, stabiler und potenziell günstiger sind als konventionell gefertigte Alternativen. Im Automobilbereich bedeutet dies sparsamere Fahrzeuge mit besserem Fahrverhalten, in der Luftfahrt erhöhte Effizienz und reduzierte Emissionen, ohne dass Verbraucher die zugrundeliegende KI-Technologie kennen oder verstehen müssen.

Leichtere und effizientere Produkte tragen durch reduzierten Materialverbrauch und niedrigere Produktionskosten zu einer nachhaltigeren Wirtschaft bei, was langfristig auch Verbraucherpreise senken kann. Gesellschaftlich ermöglicht generatives Design innovativere Produktdesigns, die ohne KI-Unterstützung nicht wirtschaftlich realisierbar wären.

Quellen