KI-Lösungen · Use Case

Möbel im eigenen Raum visualisieren

Nutzung von KI und Augmented Reality in Apps, um die eigenen Räume zu scannen, vorhandene Möbel digital zu entfernen und neue Einrichtungsgegenstände virtuell zu platzieren.

Ihre Kunden können jedes Möbelstück in ihrem eigenen Zuhause visualisieren, bevor sie kaufen.Planner 5D und Canva bieten bereits über 30 Design-Stile für eine personalisierte Raumgestaltung an. Das reduziert die Kaufunsicherheit und damit die Retourenquote.

Worum es geht

Unternehmen wie IKEA mit seiner „Kreativ“-App ermöglichen es Nutzern, ihre Wohnräume mit dem Smartphone zu scannen und ein interaktives 3D-Modell zu erstellen. Die KI-Technologie kann dabei vorhandene Möbel aus dem Live-Bild entfernen, um eine leere Leinwand zu schaffen. Anschließend können die Nutzer per Drag-and-Drop Möbel aus dem Sortiment des Anbieters im Raum platzieren, verschieben und drehen, um verschiedene Layouts und Stile auszuprobieren. Dies überwindet die Vorstellungskraftbarriere und gibt den Kunden die Sicherheit, dass ein Möbelstück tatsächlich in ihr Zuhause passt, bevor sie einen Kauf tätigen.

Einordnung

  • Reifegrad: Growing
  • Komplexität: Niedrig
  • Technologie: Computer Vision, Augmented Reality (AR), Generative AI, Spatial Computing

Passende Branchen

  • Einzelhandel
  • Möbelherstellung
  • Wohnungsbaugesellschaften

Typische Einsatzmuster

  • Ein Möbelhaus-Mitarbeiter nutzt die KI-App während des Beratungsgesprächs, um dem Kunden verschiedene Sofa-Varianten direkt im gescannten Wohnzimmer zu zeigen und innerhalb von Sekunden die Raumwirkung zu demonstrieren.
  • Ein Wohnungsbauprojekt-Manager setzt KI-Visualisierung ein, um potenziellen Mietern leere Wohnungen mit virtuellen Möbeln einrichtbar zu machen und verschiedene Grundriss-Varianten durchzuspielen.
  • Ein Endkunde lädt zuhause die App eines Möbelhändlers herunter, scannt sein Schlafzimmer und platziert virtuell verschiedene Betten und Kleiderschränke, um die beste Lösung für seinen Raum zu finden.

Voraussetzungen

  • Der gesamte Produktkatalog des Unternehmens muss als digitalisierte 3D-Modelle vorliegen, um in die KI-Visualisierung integriert werden zu können. Ohne diese digitale Warenwirtschaft ist eine realistische Platzierung der Produkte im virtuellen Raum nicht möglich.
  • Eine stabile Smartphone-Kamera oder Tablet-Infrastruktur ist erforderlich, da die Computer-Vision-basierte Raumerkennung präzise Bildqualität und ausreichende Rechenleistung benötigt. Sowohl die Mitarbeiter-Geräte als auch die erwartete Kundenhardware müssen diese Anforderungen erfüllen.
  • Die Integration in bestehende E-Commerce-Plattformen und Warenwirtschaftssysteme erfordert technische Schnittstellen und API-Kompatibilität. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Produktdaten, Preise und Verfügbarkeiten in Echtzeit synchronisiert werden können.

Nutzen

Für Unternehmen

  • Reduzierung der Rückgabequote durch verringerte Kaufunsicherheit
  • Steigerung der Online-Verkaufszahlen und Kundenbindung
  • Innovatives Marketing- und Vertriebsinstrument
  • Effizientere virtuelle Inszenierung von Immobilien

Für Beschäftigte

  • Verbessertes und interaktives Werkzeug für die Kundenberatung
  • Einfachere Vermittlung von Designkonzepten
  • Beschleunigung des Planungs- und Verkaufsprozesses

Für Privatpersonen

  • Sicherheit, dass Möbel in den eigenen Raum passen und gut aussehen
  • Kostenloses und einfach zu bedienendes Werkzeug für die Raumplanung
  • Möglichkeit zum spielerischen Experimentieren mit verschiedenen Stilen
  • Reduzierung von Stress und Fehlkäufen bei der Einrichtung

Herausforderungen

Für Unternehmen

  • Hohe Entwicklungskosten für eine realistische und benutzerfreundliche AR/KI-Anwendung
  • Notwendigkeit, den gesamten Produktkatalog als 3D-Modelle zu digitalisieren
  • Sicherstellung einer reibungslosen Performance auf verschiedenen Endgeräten

Für Beschäftigte

  • Schulungsbedarf, um das Tool effektiv im Beratungsgespräch einzusetzen

Für Privatpersonen

  • Genauigkeit der Raumerfassung hängt von der Qualität der Smartphone-Kamera und den Lichtverhältnissen ab
  • Benötigt ein relativ modernes Smartphone für eine gute Leistung
  • Die virtuelle Darstellung von Texturen und Licht kann von der Realität abweichen

Wirkung

Klassische regelbasierte Software kann nur vordefinierte Kombinationen aus Katalogen zusammenstellen und benötigt starre Parametereingaben.KI-Systeme wie die von Vizera oder Planner 5D können hingegen fotorealistische Renderings generieren, die auf generativer künstlicher Intelligenz basieren und völlig neue visuelle Ergebnisse schaffen. Regelbasierte Systeme scheitern an der Komplexität realer Räume mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen, Materialien und Stilpräferenzen. Generative KI kann hingegen automatisch Designempfehlungen basierend auf Raumdaten, Stil und Funktionalität geben und sich an individuelle Kundenwünsche anpassen, was kein If-Then-System leisten kann.

Für Unternehmen

Händler und Hersteller, die AR- und KI-Visualisierung anbieten, differenzieren sich deutlich von Wettbewerbern mit reinen Produktkatalogen.Planner 5D und Canva haben bereits über 30 Design-Stile bzw. umfassende 3D-Vorschauen in ihre Plattformen integriert und setzen damit einen neuen Branchenstandard. Unternehmen ohne vergleichbare digitale Werkzeuge verlieren an Relevanz, insbesondere bei jüngeren, digitalaffinen Käufergruppen.

Unternehmen im Möbelhandel und Einzelhandel stehen unter Druck, ihre Online-Präsenz auszubauen und die Lücke zwischen digitalem Einkauf und physischer Erfahrung zu schließen. Die Bereitstellung von KI-gestützter Raumvisualisierung kann ein entscheidender Faktor für die Kundengewinnung im Online-Commerce werden. Ohne solche Werkzeuge riskieren Händler, dass Kunden zu Wettbewerbern mit besseren digitalen Erlebnissen abwandern.

Der Beratungsprozess in Möbelhäusern erfordert traditionell aufwendige Präsentationsmaterialien, Musterkollektionen und wiederholte Anfahrten zu Kunden. KI-Tools ermöglichen es Mitarbeitern, fotorealistische Visualisierungen direkt im Verkaufsgespräch zu erstellen und verschiedene Einrichtungsoptionen in Sekundenschnelle durchzuspielen. Dadurch verkürzt sich die Entscheidungsfindung und der Bedarf an physischen Prototypen sinkt erheblich.

Für Beschäftigte

Im Arbeitsalltag von Möbelberatern und Innenarchitekten fallen zeitraubende Aufgaben wie das Zusammenstellen von Katalogen, das Erstellen von Skizzen und das Erklären von Materialien in 2D-Abbildungen weg. Die KI übernimmt die visuelle Darstellung und generiert Vorschläge, sodass sich Berater auf die persönliche Kundenbeziehung und individuelle Wünsche konzentrieren können. Das emotionale Verkaufen und die kreative Beratung rücken stärker in den Vordergrund.

Die Rolle des Möbelberaters verlagert sich von der reinen Produktpräsentation hin zur kreativen Raumberatung mit digitalem Werkzeug. Berater, die KI-Tools beherrschen, werden wertvoller, da sie schneller und variantenreicher beraten können. Eine vollständige Automatisierung der Beratung ist nicht zu erwarten, da die emotionale Komponente der Einrichtungsentscheidung menschliche Begleitung erfordert.

Mitarbeiter müssen lernen, KI-Visualisierungstools bedienen zu können und zu verstehen, welche Parameter die KI steuern. Das Erstellen von Prompts und die Auswahl geeigneter Designstile werden neue Kernkompetenzen. Gleichzeitig bleibt die menschliche Expertise bei Stilberatung, Budgetplanung und räumlicher Funktionalität unverzichtbar.

Für Privatpersonen

Endkunden können mit wenigen Klicks ihr Zimmer scannen, vorhandene Möbel virtuell entfernen und neue Einrichtungsgegenstände in verschiedenen Stilen, Materialien und Farben platzieren.Canva und Planner 5D bieten über 30 verschiedene Design-Stile an, von minimalistisch bis skandinavisch, und ermöglichen so ein interaktives Experimentieren. Das Kauferlebnis wird greifbarer und充满滿自信, da man das Ergebnis vor dem Kauf visualisieren kann.

Wenn Verbraucher Möbel online kaufen, treffen sie Entscheidungen oft auf Basis kleiner Produktfotos, ohne zu wissen, wie das Stück im eigenen Raum wirkt. Die KI-Visualisierung democratisiert den Zugang zu professioneller Raumplanung, die früher nur Architekten und Designern vorbehalten war. Dadurch können auch Menschen ohne Designexpertise fundierte Entscheidungen treffen.

Quellen