KI-Lösungen · Use Case

Weniger Brot wegwerfen durch bessere Prognosen

Einsatz von KI-Software, die Verkaufsdaten, Wetter und lokale Ereignisse analysiert, um Bäckern präzise Produktionsvorschläge für jeden Artikel zu liefern und somit Überproduktion zu minimieren.

KI-gestützte Bedarfsprognose analysiert Verkaufsdaten, Wetter und lokale Ereignisse, um Produktionsmengen präzise vorherzusagen. Unternehmen reduzieren Lebensmittelabfall nachweislich um bis zu 30 Prozent und steigern Umsätze um bis zu 11 Prozent.

Worum es geht

Unternehmen wie GoNina oder Antuit.ai (für Großbäckereien wie Bimbo Bakeries) bieten KI-Lösungen, die Bäckern helfen, ihre tägliche Produktion zu optimieren. Anstatt sich auf Erfahrung und Bauchgefühl zu verlassen, analysiert die KI historische Kassendaten und korreliert sie mit externen Faktoren wie Wochentag, Wettervorhersage, Ferien oder lokalen Veranstaltungen. Basierend auf diesen Mustern erstellt das System eine genaue Prognose für jedes einzelne Produkt – von Croissants bis zu Sauerteigbroten. Dies ermöglicht es dem Bäcker, seine Produktionsmengen exakt an die erwartete Nachfrage anzupassen, was zu einer Reduzierung der Lebensmittelverschwendung um 20-40% führen kann.

Einordnung

  • Reifegrad: Growing
  • Komplexität: Niedrig
  • Technologie: Machine Learning, Time-Series Forecasting, Predictive Analytics

Passende Branchen

  • Einzelhandel
  • Lebensmittel- & Getränkeindustrie

Typische Einsatzmuster

  • Eine Bäckereikette integriert KI-Software in ihre bestehende Kassainfrastruktur und erhält täglich automatisierte Produktionsempfehlungen für jeden Artikel basierend auf historischen Verkaufsdaten, Wettervorhersagen und Feiertagen.
  • Ein Biomarkt nutzt die KI-gestützte Prognose an seinen Bäckerei-Theken, um Überproduktion zu vermeiden und gleichzeitig die Verfügbarkeit frischer Bio-Produkte sicherzustellen.
  • Einzelhändler setzen die Bedarfsprognose ein, um ihre Lieferketten zu optimieren und Bestellmengen präziser auf den erwarteten Bedarf abzustimmen.

Voraussetzungen

  • Eine konsistente und saubere Datenhistorie aus den Kassensystemen ist erforderlich, da die KI auf Verkaufsdaten und deren Qualität angewiesen ist. Ohne mindestens 6 bis 12 Monate strukturierter Verkaufsdaten sind keine verlässlichen Prognosen möglich.
  • Die technische Integration mit verschiedenen POS-Systemen muss gewährleistet sein, da viele Bäckereien heterogene Kassainfrastrukturen besitzen. APIs und standardisierte Datenschnittstellen sind hierfür essenziell.
  • Die Bereitschaft des Personals, KI-Empfehlungen als Entscheidungsunterstützung zu nutzen und nicht als verbindliche Anweisung zu betrachten, ist entscheidend für den Erfolg der Implementierung.

Nutzen

Für Unternehmen

  • Steigerung der Profitabilität durch Abfallreduzierung
  • Optimierung der Lieferketten und des Rohstoffeinsatzes
  • Verbesserung der Nachhaltigkeitsbilanz
  • Skalierbare Lösung für Filialbetriebe

Für Beschäftigte

  • Weniger Stress und Unsicherheit bei der Produktionsplanung
  • Reduzierung der Menge an entsorgten Lebensmitteln
  • Bessere Warenverfügbarkeit und dadurch zufriedenere Kunden
  • Datengestützte Grundlage für Entscheidungen

Für Privatpersonen

  • Höhere Verfügbarkeit von frischen Produkten
  • Unterstützung von nachhaltig wirtschaftenden Betrieben
  • Konstantere Produktqualität

Herausforderungen

Für Unternehmen

  • Integration der KI mit verschiedenen Kassensystemen (POS)
  • Notwendigkeit einer sauberen und konsistenten Datenhistorie
  • Überzeugung traditioneller Handwerksbetriebe von der neuen Technologie

Für Beschäftigte

  • Vertrauen in die KI-Prognosen muss aufgebaut werden
  • Anfängliche Lernkurve bei der Bedienung der Software
  • Die KI kann unvorhersehbare Ereignisse (z.B. spontane Straßenfeste) nicht immer vorhersehen

Wirkung

Klassische regelbasierte Software kann keine komplexen, sich dynamisch verändernden Zusammenhänge zwischen Verkaufsdaten, Wetter, Jahreszeit und lokalen Ereignissen verarbeiten, da sie auf festen If-Then-Regeln basiert. Machine-Learning-Algorithmen hingegen erkennen nichtlineare Muster und lernen kontinuierlich aus neuen Daten, etwa dass Regenwetter sonntags den Brötchenverkauf um einen bestimmten Prozentsatz reduziert. Diese Flexibilität ermöglicht präzisere Prognosen, die weit über starre Regelwerke hinausgehen.

Für Unternehmen

Unternehmen, die KI-Prognosen nutzen, erzielen messbare Wettbewerbsvorteile durch geringere Entsorgungskosten und eine nachhaltigere Supply Chain. Wettbewerber ohne diese Technologie verlieren an Kosteneffizienz und Frische-Perception bei umweltbewussten Konsumenten.

Unternehmen können durch KI-gestützte Bedarfsprognosen ihren Lebensmittelabfall um bis zu 30 Prozent reduzieren und gleichzeitig ihre Umsätze um bis zu 11 Prozent steigern, da Out-of-Stock-Situationen minimiert werden. Foodforecast hat bereits über 8.800 Tonnen Lebensmittelabfall eingespart, was direkte Abfallkosten senkt und die Profitabilität steigert.

Die Produktionsplanung verschiebt sich von intuitionsbasierter Schätzung hin zu datengetriebenen Entscheidungen auf Basis von Verkaufsdaten, Wetter und lokalen Ereignissen. Kassensysteme und historische Verkaufsdaten werden automatisch ausgewertet, wodurch manuelle Planungszeit sinkt und die Genauigkeit steigt.

Für Beschäftigte

Die tägliche Produktionsplanung basiert nicht mehr auf Bauchgefühl oder Unsicherheit, sondern auf konkreten KI-Empfehlungen, die erklären, warum ein bestimmter Bedarf vorhergesagt wird. Weniger entsorgte Lebensmittel bedeuten weniger frustrierende Wegwerfarbeit am Tagesende.

Die Rolle entwickelt sich vom reinen Ausführenden hin zum Qualitätsprüfer und strategischen Planer, der die KI-Empfehlungen mit realen Beobachtungen verbindet.-langfristig steigt die Nachfrage nach Mitarbeitern, die Daten interpretieren können, während reine Routineplanung weniger wird.

Mitarbeiter lernen, KI-Empfehlungen zu lesen, einzuordnen und gegebenenfalls anzupassen. Das erfordert ein grundlegendes Verständnis dafür, welche Faktoren die Prognose beeinflussen, etwa Wetteränderungen oder Ferienzeiten.

Für Privatpersonen

Kunden erleben eine höhere Verfügbarkeit frischer Backwaren, da weniger Überproduktion und gleichzeitig weniger Out-of-Stock-Situationen auftreten. Frische Produkte sind länger verfügbar, was den Einkauf stressfreier macht.

Die Reduzierung von Lebensmittelabfall durch präzisere Produktion trägt messbar zum Klimaschutz bei, da weniger Food Waste in Müllverbrennungsanlagen landet.

Quellen