KI-Lösungen · Use Case

Immer die richtige Verpackungsgröße wählen

Verpackungshelfer an Packstationen werden von einer KI angeleitet, die für jede Kundenbestellung die optimale Kartongröße vorschlägt, um Füllmaterial und Versandkosten zu reduzieren.

Ihre Logistik profitiert von einer KI, die für jede Bestellung die optimale Kartongröße berechnet und so Füllmaterial sowie Versandvolumen reduziert. Amazon setzt dieses System bereits ein und senkt damit Materialverbrauch, Versandkosten und Schadensraten gleichzeitig. Das lässt sich ab Tag eins in Versandkosten und Reklamationsrate messen.

Worum es geht

Die manuelle Auswahl der richtigen Verpackung für eine heterogene Bestellung ist oft ineffizient und führt zu unnötig großen Paketen. Eine KI-Software, die in das Lagerverwaltungssystem (WMS) integriert ist, kennt die genauen Abmessungen und das Gewicht jedes Artikels einer Bestellung. Sie berechnet in Millisekunden die optimale Anordnung der Artikel und schlägt dem Verpackungshelfer auf seinem Bildschirm die kleinste mögliche Kartongröße aus dem verfügbaren Sortiment vor. Dies reduziert nicht nur die Kosten für Kartonage und Füllmaterial, sondern senkt auch die Versandkosten, die oft vom Volumengewicht abhängen.

Einordnung

  • Reifegrad: Growing
  • Komplexität: Mittel
  • Technologie: Optimierungsalgorithmen (Bin Packing), Maschinelles Lernen, WMS-Integration

Passende Branchen

  • E-Commerce
  • Einzelhandel
  • Großhandel
  • Lagerhaltung & Logistikdienstleister

Typische Einsatzmuster

  • Ein Mitarbeiter an einer Packstation scannt eine Kundenbestellung ein und erhält sofort eine KI-Empfehlung für die optimale Kartongröße basierend auf den Artikeldaten.
  • Ein E-Commerce-Unternehmen integriert die KI-Software in sein bestehendes Lagerverwaltungssystem, um automatische Verpackungsvorschläge für alle eingehenden Bestellungen zu generieren.
  • Ein Logistikdienstleister nutzt die KI zur Analyse vergangener Verpackungsentscheidungen, um Muster zu erkennen und die Verpackungsstrategie kontinuierlich zu optimieren.

Voraussetzungen

  • Eine exakte, digitale Erfassung der Stammdaten (Maße, Gewicht) für alle Artikel im Sortiment ist zwingend erforderlich, da die KI nur mit präzisen Dimensionsdaten optimale Empfehlungen geben kann.
  • Die Integration der KI-Software in das bestehende Lagerverwaltungssystem muss gewährleistet sein, wobei komplexe Datenschnittstellen entlang der Produktionsprozesse vernetzt werden müssen.
  • Die Qualitätssicherung an Schnittstellen muss optimiert werden, da gerade in automatisierten Linien Verluste durch fehlerhafte Siegelungen, beschädigte Verpackungen oder falsche Etiketten entstehen können.

Nutzen

Für Unternehmen

  • Reduzierung der Versandkosten durch kleineres Volumen
  • Einsparung von Verpackungs- und Füllmaterial um bis zu 30%
  • Verbesserung der Nachhaltigkeitsbilanz (weniger Abfall, weniger LKW-Fahrten)
  • Steigerung der Effizienz an den Packstationen

Für Beschäftigte

  • Eliminierung von Schätzungen und Fehlentscheidungen bei der Verpackungswahl
  • Schnellerer und einfacherer Verpackungsprozess
  • Klare, eindeutige Arbeitsanweisungen
  • Aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung

Für Privatpersonen

  • Weniger Verpackungsmüll
  • Besser geschützte Produkte während des Transports
  • Positiveres Markenimage durch nachhaltige Verpackung

Herausforderungen

Für Unternehmen

  • Benötigt eine exakte, digitale Erfassung der Stammdaten (Maße, Gewicht) für alle Artikel
  • Integration der KI-Software in das bestehende Lagerverwaltungssystem (WMS)
  • Kosten für die Software-Implementierung und -Lizenzen
  • Management eines vielfältigen, aber optimierten Sortiments an Kartongrößen

Für Beschäftigte

  • Disziplin, den Anweisungen des Systems exakt zu folgen
  • Umgang mit Situationen, in denen die vorgeschlagene Verpackung nicht zu passen scheint
  • Anpassung an einen computergestützten Arbeitsablauf
  • Die körperliche Arbeit des Packens bleibt bestehen

Für Privatpersonen

  • Keine direkten Herausforderungen.

Wirkung

Klassische regelbasierte Software stößt bei der Verpackungsauswahl an ihre Grenzen, weil sie nicht mit der Variabilität und Komplexität realer Verpackungssituationen umgehen kann. Regelbasierte If-Then-Systeme müssen alle Szenarien explizit programmiert haben und scheitern bei neuen Produkttypen oder unerwarteten Artikelkombinationen. KI-Systeme hingegen erkennen Muster im Verpackungsprozess, die traditionelle Regelsysteme nicht erfassen können, und lernen kontinuierlich aus neuen Daten. Machine Learning durchsucht automatisch spezialisierte Datenbanken und gibt Empfehlungen basierend auf früheren Erfahrungen, während statische Regeln bei wechselnden Anforderungen an ihre Grenzen stoßen.

Für Unternehmen

Unternehmen, die frühzeitig auf KI-gestützte Verpackungsoptimierung setzen, erzielen messbare Wettbewerbsvorteile durch niedrigere Versandkosten und höheren Kundenschutz. Amazon demonstriert dies bereits seit August 2024 mit generativer KI zur Vorschlagsgenerierung optimaler Verpackungsformate für Verkäufer. Verpackungsoptimierung ist längst kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor in der modernen Fertigungsindustrie, was bedeutet, dass Unternehmen ohne diese Technologie systematisch Kosten- und Effizienznachteile aufbauen.

Unternehmen, die KI-gestützte Verpackungsoptimierung einsetzen, können ihre Versandkosten durch kleineres Volumen und reduzierte Füllmaterialmengen signifikant senken. Laut VDMA-Analyse lässt sich der Materialverbrauch in der Verpackungsfertigung durch datenbasierte Prozessoptimierung um bis zu 20 Prozent reduzieren, was direkt in niedrigere Beschaffungskosten mündet. Zusätzlich sinkt der Energiebedarf um bis zu 15 Prozent durch präzisere Maschinensteuerung, was die Gesamtbetriebskosten weiter reduziert.

Die Integration von KI in den Verpackungsprozess verändert die Abläufe an Packstationen grundlegend, da Mitarbeiter keine Kartongrößen mehr schätzen müssen, sondern in Echtzeit präzise KI-Empfehlungen erhalten. Maschinelles Lernen durchsucht automatisch spezialisierte Datenbanken und gibt Empfehlungen basierend auf früheren Erfahrungen, was die Fehlerquote bei der Verpackungswahl drastisch reduziert. Der Prozess wird schneller und einfacher, weil Schätzungen und Fehlentscheidungen vollständig entfallen.

Für Beschäftigte

Für Mitarbeiter an Packstationen ändert sich der Arbeitsalltag grundlegend, da die zeitraubende Entscheidung über die richtige Kartongröße entfällt. Stattdessen erhalten sie eine klare, KI-generierte Empfehlung, welchen Karton sie für welche Bestellung verwenden sollen. Die Schätzungsarbeit und die damit verbundene Unsicherheit fallen weg, was den Verpackungsprozess weniger stressig macht und Fehler reduziert.

Die Rolle des Verpackungshelfers entwickelt sich von einer Entscheidungs- zu einer Ausführungsrolle, in der die KI die strategische Entscheidung übernimmt. Dies ist keine vollständige Automatisierung, sondern eine Verlagerung hin zur Assistenzfunktion, wobei der Mensch weiterhin die physische Arbeit leistet. Langfristig könnte die Rolle durch weitere Automatisierung unter Druck geraten, wobei die aktuelle Implementierung noch auf menschliche Ausführung angewiesen ist.

Mitarbeiter müssen lernen, mit der KI-Oberfläche umzugehen und die Empfehlungen im Arbeitsfluss umzusetzen. Das erfordert keine technische Ausbildung, aber eine grundlegende Bereitschaft, digitale Anweisungen anzunehmen und umzusetzen. Die Fähigkeit, mit KI-Systemen zu kommunizieren und deren Vorschläge kritisch zu prüfen, wird zur Kernkompetenz dieser Rolle.

Für Privatpersonen

Endkunden profitieren von besser geschützten Produkten während des Transports, da die KI die optimale Passform zwischen Produkt und Verpackung berechnet. Weniger Füllmaterial bedeutet auch weniger Verpackungsmüll für den Kunden, was den Auspackvorgang angenehmer macht. Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit von Transportschäden, da die Produkte präziser verpackt werden.

Durch die Reduzierung von Verpackungsmüll und Lebensmittelverlusten leistet die KI-gestützte Verpackungsoptimierung einen Beitrag zur Ressourcenschonung auf gesellschaftlicher Ebene. In einem dokumentierten Projekt in Großbritannien konnten durch die Optimierung von Verpackungsprozessen über 480.000 Mahlzeiten umverteilt werden, was zeigt, wie Effizienzgewinne auch sozialen Nutzen stiften können. Die Kreislaufwirtschaft wird durch digital verfolgte, recycelte und optimierte Verpackungen unterstützt.

Quellen