KI-Lösungen · Use Case

Abwasserreinigung per Bilderkennung dosieren

Kameras und Sensoren erfassen den Zustand des Abwassers laufend, Bilderkennung bewertet ihn, und die Chemikaliendosierung passt sich in Echtzeit an. Das ersetzt Stichproben und spart Chemikalien.

Ihre Anlage bewertet laufend den Zustand des Wassers und passt die Chemikalien an.

Worum es geht

In der industriellen Abwasserreinigung hängt die nötige Menge an Fällungs- und Flockungsmitteln von der Beschaffenheit des Zulaufs ab, die stark schwankt. Bisher wird dosiert nach Erfahrung und gelegentlichen Proben. Festinstallierte Sensoren und Industriekameras liefern laufend Messwerte und Bilder, etwa von Schaum, Trübung und Flocken. Lernende Modelle werten sie aus und leiten daraus die Dosierung ab. Ein Dashboard zeigt dem Betriebspersonal Zustände und Eingriffe. Menschen legen Grenzwerte und Sicherheitsregeln fest, überwachen den Betrieb und greifen bei Störungen ein. Der Ansatz kann Chemikalienverbrauch und Schwankungen verringern und die Einhaltung von Auflagen erleichtern.

Einordnung

  • Reifegrad: Growing
  • Komplexität: Mittel
  • Technologie: Computer Vision, Sensordatenanalyse, Regelung mit lernenden Modellen

Passende Branchen

  • Chemische Industrie
  • Öffentliche Infrastruktur & Versorgung

Typische Einsatzmuster

  • Eine Kamera erkennt zunehmende Trübung, das System erhöht die Dosierung sofort.
  • Das Betriebspersonal prüft im Dashboard Auffälligkeiten und legt Grenzwerte fest.
  • Ein Bericht belegt der Behörde den Verlauf der Dosierung.

Voraussetzungen

  • Zuverlässige Sensorik und Kameras mit Wartungskonzept.
  • Sicherheitsregeln, Grenzwerte und Rückfallebene bei Ausfall.
  • Qualifiziertes Personal und Abstimmung mit der Aufsicht.

Nutzen

Für Unternehmen

  • Geringerer Chemikalienverbrauch durch bedarfsgerechte Dosierung
  • Stabilere Wasserqualität bei schwankendem Zulauf
  • Lückenlose Dokumentation für Behörden
  • Weniger manuelle Probenahme

Für Beschäftigte

  • Weniger Routineproben
  • Frühe Hinweise auf Störungen
  • Transparente Darstellung des Anlagenzustands

Für Privatpersonen

  • Besser geschützte Gewässer
  • Indirekt stabilere Gebühren
  • Geringerer Einsatz von Chemikalien in der Umwelt

Herausforderungen

Für Unternehmen

  • Robuste Sensorik und Kameras in rauer Umgebung
  • Validierung und Zulassung der Regelung durch Behörden
  • Sicherheitsabschaltung bei Fehlmessung

Für Beschäftigte

  • Vertrauen in automatische Eingriffe
  • Verantwortung bei Fehldosierung
  • Neue Kompetenzen in Datenanalyse

Für Privatpersonen

  • Wenig Transparenz über Betriebsführung
  • Wirkung auf Gewässer ist nur langfristig messbar
  • Kosten werden indirekt umgelegt

Wirkung

Feste Regelkreise folgen einem Messwert. Bilderkennung bewertet Schaum, Trübung und Flocken zusammen mit Sensordaten und passt sich Veränderungen des Zulaufs an.

Für Unternehmen

Betreiber mit stabiler Reinigung erfüllen Auflagen leichter und erhalten Genehmigungen sicherer.

Chemikalien und Entsorgung treiben die Betriebskosten. Bedarfsgerechte Dosierung senkt beides und reduziert Überdosierungen.

Dosierung wird laufend nachgeführt statt nach Stichproben festgelegt.

Für Beschäftigte

Probenahmen und manuelle Anpassungen nehmen ab, Überwachung und Auswertung nehmen zu.

Die Rolle wird stärker überwachend und analytisch.

Gefragt sind Verfahrenstechnik, Sensorik und Datenverständnis.

Für Privatpersonen

Verbraucher merken die Technik nicht; ihre Wirkung zeigt sich in der Gewässerqualität.

Sauberes Wasser ist ein öffentliches Gut; Transparenz stärkt Vertrauen.

Praxisbeispiele

Verbreitung: Dokumentiert bei 1 Organisation – 1 in Nutzung · Stand 10/2026

Echtzeit-Monitoring der Abwasserreinigung mittels KI-Bilderkennung

Praxisbeispiel für Unternehmen · ENVIRO-CHEMIE GmbH · In Nutzung (Stand 10/2026) · Beleglage mittel

EnviroChemie setzt ein KI-basiertes Echtzeit-Monitoring-System von HyPlus ein, um die Chemikaliendosierung in der Abwasserreinigung kontinuierlich zu steuern. Mittels Machine Learning und Bilderkennung wird die Wasserqualität überwacht und der Ressourceneinsatz automatisiert optimiert.

Zuvor basierte die Chemikaliendosierung auf manuellen Stichproben, was bei schwankenden Zulaufqualitäten zu Ungenauigkeiten führte. Das implementierte System nutzt fest installierte Sensoren sowie Industriekameras, deren Bilddaten durch Machine Learning ausgewertet werden, um die Zugabe von Chemikalien in Echtzeit automatisiert zu regeln. Die Prozessdaten werden dem Personal über ein Dashboard visualisiert. Das Projekt wurde zudem bei der Achema Innovation Challenge ausgezeichnet.

Auswirkungen – eingeordnet und belegt

Arbeit (Belegt)

Anlagenfahrer müssen weniger Proben entnehmen und überwachen stattdessen ein System, das die Dosierung anpasst. Bisherige Methoden erforderten manuelle Probenentnahmen und viel Personalaufwand.

  • hyplus-group.com 2026-10-08
    „Bisherige Methoden erforderten manuelle Probenentnahmen und Analysen in jedem Prozess-Schritt, was einen hohen Zeit- und Personalaufwand bedeutete“

Gestützt auf einen dokumentierten Praxisfall.

Wirtschaft (Belegt)

Wechselnde Zulaufqualität erschwert die optimale Dosierung; bedarfsgerechte Steuerung soll Chemikalienverbrauch senken. Unabhängig geprüfte Zahlen liegen nicht vor.

  • hyplus-group.com 2026-10-08
    „Besonders problematisch war die wechselnde Qualität des Zulaufwassers“

Gestützt auf einen dokumentierten Praxisfall.

Gesellschaft & Alltag (Eingeordnet)

Sauberes abgeleitetes Wasser schützt Gewässer; eine Wirkung auf die Öffentlichkeit ist nicht dokumentiert.

Gestützt auf einen dokumentierten Praxisfall.

Umwelt (Belegt)

Geringerer Chemikalieneinsatz und stabilere Reinigung entlasten Gewässer; gemessene Wirkungen liegen nicht vor. Übergreifend erwarten Energieanalysen, dass sich der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 mehr als verdoppelt.

Gestützt auf einen dokumentierten Praxisfall.

Risiken & Regulierung (Belegt)

Fehlmessungen können zu Über- oder Unterdosierung führen; Sicherheitsabschaltung und menschliche Aufsicht sind nötig. Das System ist voraussichtlich kein Hochrisiko-System nach dem EU AI Act; Betreiber müssen voraussichtlich nach Artikel 4 für KI-Kompetenz sorgen.

Belegt: eine abgerufene Quelle oder ein freigegebener Praxisfall trägt die Aussage. Eingeordnet: redaktionelle Einschätzung. Offen: dazu ist nichts dokumentiert. Keine Rechtsberatung.

Quellen

Fachlich zugeordnete Tätigkeiten

Die Lösung passt zur Tätigkeit in einem fachlichen Kontext, aber nicht automatisch zu jedem Beruf mit dieser Tätigkeit.

Für diese Berufe ist die KI-Lösung relevant

Die fachliche Passung wurde KI-gestützt anhand der Anwendung und der beruflichen Aufgaben geprüft. Daraus folgt keine gemessene KI-Wirkung auf den gesamten Beruf.