Berufe › Landwirtschaft · ISCO-08 6129

Weitere Tierhalter

Der Kern dieser Berufe ist, Tiere aufzuziehen, die sich nicht in die üblichen Landwirtschaftskategorien einordnen lassen. Die tägliche Arbeit ähnelt sich aber: füttern, pflegen, auf Gesundheit achten, unabhängig von der Tierart.

Was dieser Beruf heute macht

Diese Gruppe fasst alle Tierhalter zusammen, die sonst nirgends passen – von Krokodilzüchtern bis zu Straußenfarmern.

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Diese Berufsgattung umfasst marktorientierte Tierhalter, die nicht anderweitig in Berufsuntergruppe 612: Tierhalter eingeordnet sind. Beispielsweise umfasst die Gruppe Personen, die sich mit der Zucht, Aufzucht und Pflege von nicht domestizierten Säugetieren, Wild und anderen Vögeln (außer Geflügel), Schnecken, Schlangen und anderen Reptilien sowie verschiedenen Insekten und Versuchstieren beschäftigen, für den Verkauf oder die regelmäßige Lieferung an Großhandelskäufer, Vermarktungsorganisationen, Zoos und Zirkusse oder auf Märkten. In solchen Fällen würden die Aufgaben umfassen - (a) Beobachtung der Marktaktivität und -bedingungen, Festlegung von Art und Menge der zu erzeugenden Produkte sowie entsprechende Planung und Koordinierung der Produktion; (b) Aufzucht, Fütterung und Pflege von Tieren; (c) Überwachung und Untersuchung von Tieren zur Erkennung von Krankheit, Verletzung oder Erkrankung sowie zur Kontrolle des körperlichen Zustands wie der Gewichtszunahmerate; (d) Ausführung von Aufgaben im Zusammenhang mit der Fortpflanzung von Tieren, wie Zucht, künstliche Besamung und Hilfe bei Tiergeburten; (e) Anmieten oder Investieren in sowie Instandhaltung und Reinigung von Gebäuden, Maschinen, Ausrüstung und Bauwerken; (f) Schlachten und Häuten von Tieren sowie Vorbereitung tierischer Produkte für den Markt; (g) Lagerung und Durchführung einiger Verarbeitungsschritte der Erzeugnisse; (h) Bewerbung und Vermarktung von Produkten, Organisation von Verkauf, Einkauf und Transport von Beständen, Erzeugnissen und Betriebsmitteln sowie Führung und Auswertung von Aufzeichnungen über Tätigkeiten und Transaktionen; (i) Ausbildung und Beaufsichtigung von Arbeitskräften bei Verfahren der Tierpflege, bei Instandhaltungsaufgaben sowie bei Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen. Beispiele für die hier eingeordneten Berufe: - Krokodilzüchter/in - Pelztierzüchter/in (nicht domestizierte Tiere) - Wildgeflügelzüchter/in - Straußenzüchter/in - Schneckenzüchter/in Einige verwandte, anderswo eingeordnete Berufe: - Tierpfleger/in (Haustierpflege) - 5164 - Zoowärter/in - 5164 - Wildhüter/in - 5419 - Geflügelzüchter/in - 6122

  • Marktlage beobachten und Art und Menge der zu erzeugenden Produkte festlegen
  • Tiere aufziehen, füttern und pflegen
  • Tiere auf Krankheit, Verletzung oder Gewichtsveränderung überwachen
  • Bei der Fortpflanzung der Tiere mitwirken, etwa bei Zucht oder Geburtshilfe
  • Tiere schlachten, häuten und für den Markt vorbereiten
  • Verkauf, Einkauf und Transport von Beständen und Erzeugnissen organisieren

Umfasst auch

Pelztierzüchter · Pelztierzüchter/Pelztierzüchterin · Pelztierzüchterin · Spezialist für Pelztierzucht · Spezialistin für Pelztierzucht · fur animal breeder · fur animal rearer · fur animals breeder · fur animals breeders · fur animals specialist

Quelle: ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations) — untergeordnete Occupations der ISCO-08-Gruppe 6129.

Die Kernbewegung

Das Aufziehen und Pflegen der Tiere zeigt bei der KI keine Verschiebung — die offene Frage ist die Automatisierung samt Robotik, die in andere Richtung deutet.

Wie stark ist dieser Beruf betroffen?

Weitere Tierhalter liegt im mittleren Bereich — von Fahrzeugreiniger · am wenigsten bis Datenerfasser · am stärksten betroffen.

Einordnung dieses Berufs im Vergleich
Eigene AuswertungILO-EinstufungIn der Berufsgruppe
unteres Mittelfeld von 411 Berufennicht von generativer KI berührtVon 8 verglichenen Berufen sind 6 weniger betroffen als dieser. Gruppe: Landwirtschaft

Ähnlich eingeordnet: Geflügelhalter · Landwirte mit Ackerbau und Tierhaltung · Ackerbauern und Gemüseanbauer

Wo diese Aussage endet

Der Befund gilt allein für textbasierte KI — Melkroboter, Fütterungsautomaten, Herdensensorik und die Früherkennung von Tierkrankheiten hat bisher keine Studie einzeln betrachtet. Was sich dort verschiebt, ist damit unbekannt, nicht etwa unverändert. Nach heutigem Stand also wenig berührt — die Entwicklung bei der Stalltechnik bleibt aber offen und lohnt die Aufmerksamkeit.

Eigene Auswertung (SapientShift-Tätigkeitsanalyse) auf Basis der ILO-Einstufung · Quelle der Einstufung: ILO, Generative AI and Jobs (Working Paper 140), 2025 · Stand 2026-07-19 · Methodik

Was KI verändert

Das Aufziehen, Füttern und Pflegen der Tiere zählt zu den am wenigsten von KI betroffenen Tätigkeiten — die Studienlage hält fest, dass KI hier derzeit kein erkennbares Automatisierungspotenzial hat, und begründet das mit dem körperlich-manuellen Charakter der Arbeit. Zwei unabhängige Quellen stützen diese Richtung und messen praktisch keinen Beschäftigungseffekt. Anders sieht es aus, sobald man nicht nur KI, sondern Automatisierung einschließlich Robotik betrachtet: Dann zählt die Tierhaltung zu den Gruppen mit hohem Automatisierungsrisiko, und die Zahl der in der Landwirtschaft installierten Serviceroboter hat sich binnen eines Jahres um das Zweieinhalbfache erhöht. Die KI-Welle geht am Kern des Berufs vorbei — die Robotik ist die eigentlich offene Frage.

Tätigkeiten & ihre Entwicklung

Tiere aufziehen, füttern und pflegen · unverändert

Die Arbeit am Tier bleibt körperlich und weitgehend unberührt, die Rolle künftiger Robotik ist noch offen.

Details zur Entwicklung

Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.

Das Aufziehen, Füttern und Pflegen lebt vom unmittelbaren körperlichen Umgang mit lebenden Tieren. Genau daran stößt die heutige KI an ihre Grenze, denn Systeme für Text und Bild haben auf diese physische Arbeit keinen Zugriff — Agrar- und Tierhaltungsberufe zählen durchgängig zu den am wenigsten betroffenen, und am Arbeitsmarkt ist praktisch kein Effekt messbar. Ob sensorgestützte Systeme künftig gleichförmige Routinen wie Füttern oder Melken übernehmen, ist eine begründete Vermutung, kein Befund.

Belege & Quellen

Belege, Achsen-Tags, fachliche Ebene, Hypothesen & Quellen öffnen

Zuletzt geprüft 2026-07-19

Amtliche Bezeichnung nach ISCO-08: Tierhalter, anderweitig nicht genannt · 6129

Belege · Tiere aufziehen, füttern und pflegen (4)

  • Die ausführenden Berufe sind von der ILO gemessen und durchgängig „Not Exposed“
    Not Exposed 6121 Livestock and Dairy Producers 0.17 0.1 / Not Exposed 6122 Poultry Producers 0.19 0.1 / Not Exposed 9212 Livestock Farm Labourers 0.12 0.03 / Not Exposed 5164 Pet Groomers and Animal Care Workers 0.14 0.06 / Not Exposed 3240 Veterinary Technicians and Assistants 0.14 0.02
    ILO Working Paper 140, Table A1 „ISCO-08 occupations by exposure gradient“, PDF-S. 60–63 · Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure (ILO Working Paper 140) · International Labour Office, Genf, 2025 · Klasse A
    Generieren · Reine Software · Berufsebene · Expositionsmodell · konvergent belegt
  • Die niedrige SD zeigt: auch einzelne Teilaufgaben sind nicht exponiert
    Exposed: Gradient 1 (Low exposure, high task variability) μ < 0.4 and μ + σ ≥ 0.5 — Low overall GenAI exposure at the occupational level, but high variability across tasks. Some tasks within these occupations have an elevated automation potential
    ILO Working Paper 140, Table 5, PDF-S. 41 · Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure (ILO Working Paper 140) · International Labour Office, Genf, 2025 · Klasse A
    Generieren · Reine Software · Berufsebene · Expositionsmodell
  • OECD: Agrar- und Tierhaltungsberufe gehören zu den am wenigsten AI-exponierten
    In contrast, ‚Cleaners, helpers‘, ‚Agriculture, forestry and fishery workers‘, ‚Food preparation assistants‘, ‚Labourers‘, ‚Refuse workers and other elementary workers‘ are the least exposed to AI. / By contrast, roles reliant on physical or manual tasks, such as cleaning or equipment operation, show minimal exposure.
    OECD AI Papers No. 60, Skills in the AI Age, PDF-S. 15 (gedr. S. 14); PDF-S. 18 (gedr. S. 17) · Skills in the AI Age (OECD AI Papers No. 60) · OECD Publishing, Paris, 2026 · Klasse A
    Generieren · Reine Software · Berufsebene · Expositionsmodell · konvergent belegt
  • Hampole et al.: Beschäftigungswirkung von KI in Farming/Fishing/Forestry praktisch null
    Farming, Fishing, and Forestry 45 13.9 -7.56 -6.16 0.20 0.47 / Farming, Fishing, and Forestry 45 8.56 -4.71 -4.22 -0.36 0.35
    NBER WP 33509 (Hampole/Papanikolaou/Schmidt/Seegmiller, AI and the Labor Market), Table 6 „Impact of AI on relative employment growth by occupation group“, PDF-S. 54; Table A.6, PDF-S. 101 · Artificial Intelligence and the Labor Market (NBER Working Paper 33509) · National Bureau of Economic Research, 2025 · Klasse B
    Generieren · Reine Software · Berufsebene · Realisierte Arbeitsmarktdaten · konvergent belegt

Fachliche Ebene

Aufziehen, Füttern und Pflegen von Tieren zeigt keine dokumentierte GenAI-Verschiebung — die Automatisierungsfrage im weiteren Sinn bleibt davon unberührt

Die ILO misst Animal Producers Not Elsewhere Classified mit μ = 0,20 in der untersten Kategorie „Not Exposed", für die sie ausdrücklich festhält, dass „GenAI currently has no observable potential to automate tasks"; die Streuung von 0,14 ist innerhalb der Tierhaltungsberufe die höchste, doch mit μ + σ = 0,34 bleibt auch dieser Wert deutlich unter der Schwelle von 0,5, ab der die ILO einzelne exponierte Teilaufgaben annimmt. Zwei methodisch unabhängige Quellen stützen die Richtung: Die OECD führt „Agriculture, forestry and fishery workers" ausdrücklich unter den am wenigsten KI-exponierten Berufen und begründet das mit dem physisch-manuellen Charakter der Arbeit, und Hampole et al. messen für die Berufsgruppe Farming/Fishing/Forestry einen praktisch neutralen Beschäftigungseffekt von 0,20 (in der Robustheitsrechnung −0,36). Dem steht ein deutlicher Gegenbefund aus derselben OECD-Quelle gegenüber: Sobald nicht GenAI, sondern Automatisierung einschließlich Robotik gemessen wird, zählt „Farming, Fishing and forestry" zu den Gruppen mit hohem Automatisierungsrisiko, und die Zahl der im Agrarbereich installierten Serviceroboter hat sich laut AI Index binnen eines Jahres um das 2,5-Fache erhöht.

Der Befund gilt allein für generative KI — Melkroboter, Fütterungsautomaten, Herdensensorik und Tiergesundheits-Früherkennung sind von keiner der zehn Korpusquellen auf Tätigkeitsebene erfasst, und was sich dort verschiebt, ist unbekannt, nicht unverändert.

Hypothesen

  • Hypothese (kein Beleg): Feld- bzw. Stallarbeit dürfte sich vermutlich in Richtung Überwachung sensorgestützter Systeme und Eingriff bei Auffälligkeiten verschieben, während gleichförmige Routinen (Ausbringen, Füttern, Melken) stärker automatisiert werden.
    Warum unbelegt: Beide sind Expositionsmodelle auf Berufs-/Sektorebene. Keine Quelle in vier Korpora betrachtet landwirtschaftliche Einzeltätigkeiten. Melk-, Fütterungs- und Feldrobotik ist in keinem der vier Korpora belegt — auch nicht in Korpus IV.
    Ableitungsbasis: Lassébie & Quintini führen „farming, fishing, and forestry" unter den Berufen mit höchstem Automatisierungsrisiko (Korpus II §1.2). Nedelkoska & Quintini: „Automation is found to mainly affect jobs in the manufacturing industry and agriculture" (Korpus II §2.2). Zwei Quellen, gleiche Richtung.

Alle Quellen

Verwandte Berufe in dieser Gruppe

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Für diesen Beruf liegt die gemessene Betroffenheit im Mittelfeld.

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Diese Seite zitieren

SapientShift (2026): Weitere Tierhalter — KI-Betroffenheit nach Tätigkeiten. Stand 19.07.2026. https://sapientshift.com/berufe/weitere-tierhalter

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Wie diese Aussagen entstehen — Methodik & Evidenzklassen · Datensatz Version 1.0