Der Kern dieser Arbeit ist, dass Tiere keinen freien Tag kennen. Füttern, melken, beobachten – das passiert an sieben Tagen die Woche, unabhängig vom Kalender.
Nutztierhalter und Milchproduzenten kümmern sich um Rinder, Schafe, Schweine oder Pferde – von der Fütterung bis zum Melken.
Nutztierhalter (ohne Geflügel) und Milchproduzenten planen, organisieren und führen landwirtschaftliche Arbeiten durch, um domestizierte Tiere (ohne Geflügel) wie Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, Pferde und Kamele zu züchten und aufzuziehen, zur Erzeugung von Fleisch, Milch und anderen Milchprodukten, Häuten und Wolle oder zur Verwendung als Arbeits-, Sport- oder Freizeittiere, für den Verkauf oder die Lieferung an Großhandelskäufer, Vermarktungsorganisationen oder auf Märkten. Zu den Aufgaben gehören - (a) Beobachtung der Marktaktivität und -bedingungen, Festlegung von Art und Menge der zu erzeugenden Tierbestände sowie entsprechende Planung und Koordinierung der Produktion; (b) Bewirtschaftung von Weideflächen sowie Bereitstellung und Überwachung von Futter- und Wasserversorgung zur Aufrechterhaltung eines angemessenen Ernährungszustands und Zustands der Nutztiere; (c) Überwachung und Untersuchung von Tieren zur Erkennung von Krankheit, Verletzung oder Erkrankung sowie zur Kontrolle des körperlichen Zustands wie der Gewichtszunahmerate; (d) Pflege, Kennzeichnung, Scheren, Trimmen, Verabreichen von Arzneimitteln und/oder Kastrieren von Tieren sowie Scheren von Fell zum Sammeln von Haaren oder Wolle; (e) Treiben von Nutztieren zu Weideflächen zum Grasen oder zu Waagen, Ställen, Fahrzeugen oder anderen Gehegen; (f) Melken von Tieren von Hand oder mittels Melkmaschinen; (g) Mischen von Futter, Zusatzstoffen und Arzneimitteln in vorgeschriebenen Anteilen sowie Verteilen oder Handfüttern der Tiere; (h) Ausführung von Aufgaben im Zusammenhang mit der Fortpflanzung von Nutztieren, wie Zucht, künstliche Besamung und Hilfe bei Tiergeburten; (i) Instandhaltung und Reinigung von landwirtschaftlichen Gebäuden, Maschinen, Ausrüstung und Bauwerken; (j) Schlachten und Häuten von Tieren sowie deren Vorbereitung für den Markt; (k) Lagerung und Durchführung einiger Verarbeitungsschritte von tierischen und Milcherzeugnissen; (l) Bewerbung und Vermarktung von Produkten, Organisation von Verkauf, Einkauf und Transport von Vieh, Erzeugnissen und Betriebsmitteln sowie Führung und Auswertung von Aufzeichnungen über landwirtschaftliche Tätigkeiten und Transaktionen; (m) Ausbildung und Beaufsichtigung von Arbeitskräften bei Verfahren der Tierpflege, bei Instandhaltungsaufgaben sowie bei Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen, sowie Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften und Auftragnehmern. Beispiele für die hier eingeordneten Berufe: - Rinderzüchter/in - Milchbauer/-bäuerin - Hundezüchter/in - Viehtreiber/in - Ziegenzüchter/in - Pferdezüchter/in - Scherer/in - Schafzüchter/in - Schäfer/in - Viehhalter/in Einige verwandte, anderswo eingeordnete Berufe: - Leiter/in landwirtschaftlicher Produktion - 1311 - Ranchleiter/in - 1311 Anmerkung Arbeitskräfte, die eine Kombination aus Nutztieren und anderen Tieren wie Geflügel, Insekten und nicht domestizierten Tieren erzeugen, sind entsprechend ihrer überwiegenden Tätigkeit einzuordnen. Diejenigen, die Heu und anderes Futter für den späteren Verbrauch erzeugen und lagern, hauptsächlich für die Nutztiere, für die sie zuständig sind, werden in Berufsgattung 6121: Nutztierhalter (ohne Geflügel) und Milchproduzenten eingeordnet.
Pferdestallmeister · Pferdestallmeisterin · Pferdezüchter · Pferdezüchter/Pferdezüchterin · Pferdezüchterin · Rennpferdezüchter · Rennpferdezüchterin · Schäfer · Schäfer/Schäferin · Schäferin · Schafhirte · Schafhirtin · +59 weitere
Quelle: ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations) — untergeordnete Occupations der ISCO-08-Gruppe 6121.
Die Arbeit am Tier bleibt unverändert — beim Einkauf von Futter und Betriebsmitteln verschiebt sich der Aufgabenmix, doch die Quellen widersprechen sich.
Nutztierhalter (ohne Geflügel) und Milchproduzenten liegt nahe am unteren Rand — von Fahrzeugreiniger · am wenigsten bis Datenerfasser · am stärksten betroffen.
| Eigene Auswertung | ILO-Einstufung | In der Berufsgruppe |
|---|---|---|
| unterstes Fünftel von 411 Berufen | nicht von generativer KI berührt | Von 8 verglichenen Berufen ist keiner weniger betroffen als dieser. Gruppe: Landwirtschaft |
Ähnlich eingeordnet: Baum- und Strauchfrüchteanbauer · Binnen- und Küstenfischer · Ackerbauern und Gemüseanbauer
Verhandlung und Lieferantenbeziehung — der Kern des Beschaffungsanteils — wurden von keiner Studie erfasst, und auch zu Melkrobotern, Fütterungsautomaten und vernetzter Tierhaltung liegt kein Befund vor. Zugleich führt dieselbe OECD-Auswertung diese Berufsgruppe beim Automatisierungsrisiko einschließlich Robotik sogar in der höchsten Kategorie. Ein niedriger KI-Wert wäre hier also verfrüht als Entwarnung zu lesen — gerade die Technik am Tier bleibt genau zu beobachten.
Eigene Auswertung (SapientShift-Tätigkeitsanalyse) auf Basis der ILO-Einstufung · Quelle der Einstufung: ILO, Generative AI and Jobs (Working Paper 140), 2025 · Stand 2026-07-19 · Methodik
Die Arbeit am Tier — halten, versorgen, melken — zählt zu den am wenigsten betroffenen Tätigkeiten überhaupt; drei methodisch getrennte Quellen kommen übereinstimmend auf einen praktisch neutralen Effekt. Anders liegt es beim Einkauf von Futter und Betriebsmitteln: Dort verschiebt sich der Aufgabenmix weg von Markt-, Bedarfs- und Bestandsanalyse, während Lieferantenauswahl und Verhandlung ausdrücklich nicht als betroffen gelten — eine Umschichtung innerhalb der Rolle, kein Wegfall. Die Quellen widersprechen sich dabei offen: Die eine sieht die Einkaufsberufe kaum betroffen, die andere führt sie unter den am stärksten betroffenen Berufen überhaupt. Welche Richtung netto überwiegt, bleibt offen.
Die planende und preisoptimierende Seite der Beschaffung gerät durch KI in Bewegung, das Aushandeln und Pflegen von Lieferantenbeziehungen bleibt menschliche Arbeit.
Beim Optimieren von Preisen, Mengen und Lieferketten zählt der Einkauf zu den am stärksten von KI berührten Bereichen: Wo Aufgaben besonders KI-fähig sind, sinkt anschliessend die Nachfrage nach den zugehörigen Fähigkeiten, und die Arbeit verlagert sich innerhalb des Berufs zu weniger berührten Teilaufgaben. Zugleich stuft eine andere Untersuchung genau die Kern-Einkaufsberufe als kaum berührt ein, sodass das Bild uneinheitlich bleibt. Absehbar ist vor allem eine Verschiebung: Die datengetriebene Analyse übernimmt zunehmend KI, das Aushandeln und Pflegen der Lieferantenbeziehungen bleibt eine menschliche Aufgabe.
Die Arbeit am Tier bleibt körperlich und weitgehend unberührt, die Rolle künftiger Robotik ist noch offen.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Das Aufziehen, Füttern und Pflegen lebt vom unmittelbaren körperlichen Umgang mit lebenden Tieren. Genau daran stößt die heutige KI an ihre Grenze, denn Systeme für Text und Bild haben auf diese physische Arbeit keinen Zugriff — Agrar- und Tierhaltungsberufe zählen durchgängig zu den am wenigsten betroffenen, und am Arbeitsmarkt ist praktisch kein Effekt messbar. Ob sensorgestützte Systeme künftig gleichförmige Routinen wie Füttern oder Melken übernehmen, ist eine begründete Vermutung, kein Befund.
Zuletzt geprüft 2026-07-19
Amtliche Bezeichnung nach ISCO-08: Nutztierhalter (ohne Geflügel) und Milchproduzenten · 6121
In pricing and supply chain optimization, Purchasing Managers and Wholesale and Retail Buyers emerge as the most exposed, while in process automation and operational efficiency the most exposed tasks are linked to Sales Engineers and Other Engineering Technologists.
Across all specifications, coefficients on task-level AI exposure are negative and of similar magnitude: greater exposure reduces the intensity with which firms demand skills linked to those tasks. […] a one–standard deviation increase in task-level AI exposure lowers demand for the associated skills by about 2 percent over five years. Because the dependent variable is a share, this implies reallocation of labor effort away from exposed tasks and toward less-exposed tasks within the same occupation.
Purchasing Agents (13-1023) 1.51 / High-skill, high-wage occupations are the most exposed to artificial intelligence. […] These are occupations that require cognitive skills that cannot be automated with a discrete set of instructions, but for which artificial intelligence excels
One-third of organizations expect AI to reduce their workforce in the coming year, even though large-scale job losses have not yet shown up in overall employment data. […] Anticipated reductions are highest in service operations, supply chain, and software engineering. Across nearly all functions, anticipated decreases outpaces those already observed. / This trend is particularly pronounced in service operations, supply chain/inventory management, marketing and sales, and software engineering, where the expected decrease in employees for the next year significantly exceeds the actual decrease reported over the past year.
Minimal Exposure 3323 Buyers 0.39 0.08 / Minimal Exposure 1324 Supply, Distribution and Related Managers 0.38 0.05 / Minimal Exposure (Low exposure, moderate task variability) μ < 0.5 and μ + σ > 0.4 — Occupations with low GenAI exposure, where some tasks show moderate automation potential, but overall occupational exposure remains limited. / a more granular distinction of Minimal Exposure, where some interaction with GenAI may occur, but without significantly altering the nature of these roles / Moderate occupational AI exposure, with high task-level variability. These occupations include a mix of some tasks that are exposed to GenAI and others not at risk, making the impact uneven.
Not Exposed 6121 Livestock and Dairy Producers 0.17 0.1 / Not Exposed 6122 Poultry Producers 0.19 0.1 / Not Exposed 9212 Livestock Farm Labourers 0.12 0.03 / Not Exposed 5164 Pet Groomers and Animal Care Workers 0.14 0.06 / Not Exposed 3240 Veterinary Technicians and Assistants 0.14 0.02
Exposed: Gradient 1 (Low exposure, high task variability) μ < 0.4 and μ + σ ≥ 0.5 — Low overall GenAI exposure at the occupational level, but high variability across tasks. Some tasks within these occupations have an elevated automation potential
In contrast, ‚Cleaners, helpers‘, ‚Agriculture, forestry and fishery workers‘, ‚Food preparation assistants‘, ‚Labourers‘, ‚Refuse workers and other elementary workers‘ are the least exposed to AI. / By contrast, roles reliant on physical or manual tasks, such as cleaning or equipment operation, show minimal exposure.
Farming, Fishing, and Forestry 45 13.9 -7.56 -6.16 0.20 0.47 / Farming, Fishing, and Forestry 45 8.56 -4.71 -4.22 -0.36 0.35
Die Arbeit am Tier bleibt gemessen unverändert, während sich im Einkauf von Futter und Betriebsmitteln der Aufgabenmix verschiebt.
Für die Tierhaltung selbst stuft die ILO Livestock and Dairy Producers mit 0,17 bei einer Streuung von 0,10 als „Not Exposed" ein, und zwei weitere, methodisch getrennte Quellen bestätigen das: Die OECD führt Agrarberufe unter den am wenigsten KI-exponierten, Hampole et al. messen für Farming, Fishing and Forestry einen realisierten Beschäftigungseffekt von 0,20 beziehungsweise −0,36 in der Robustheitsrechnung — praktisch neutral. Anders sieht es beim Beschaffungsanteil aus, für den kein eigener Wert für diesen Beruf vorliegt: Auf Tätigkeitsebene misst dieselbe NBER-Studie, dass eine Standardabweichung mehr KI-Exposition einer Aufgabe die Nachfrage nach den zugehörigen Skills über fünf Jahre um rund 2 Prozent senkt — eine Umschichtung innerhalb der Rolle, weg von Markt-, Bedarfs- und Bestandsanalyse, während Lieferantenauswahl und Verhandlung ausdrücklich nicht als betroffen belegt sind. Die Quellen widersprechen sich dabei offen: Die ILO sieht die Kern-Einkaufsberufe bei „Minimal Exposure", die OECD führt Purchasing Agents mit einem Wert von 1,51 unter den fünf am stärksten exponierten Berufen überhaupt — welche Richtung netto überwiegt, bleibt offen.
Verhandlung und Lieferantenbeziehung — der eigentliche Kern des Beschaffungsanteils — sind von keiner Korpusquelle gemessen, und für Melkroboter, Fütterungsautomaten und Precision Livestock Farming liegt ebenfalls kein tätigkeitsbezogener Befund vor; dieselbe OECD-Quelle führt die Berufsgruppe beim Automatisierungsrisiko einschließlich Robotik sogar in der höchsten Kategorie.
Bewusst abgesetzt von der belegten KI-Schicht oben: Anwendungsideen, keine quellenbelegten Befunde. Sie inspirieren, sie beweisen nichts.
Diese Seite beschreibt Nutztierhalter (ohne Geflügel) und Milchproduzenten allgemein — mit Tätigkeiten wie „Einkauf, Beschaffung und Lieferantenbeziehungen managen“ oder „Tiere aufziehen, füttern und pflegen“.
Für diesen Beruf sprechen die Daten bisher für wenig Veränderung.
Ihre Rolle ist bereits übernommen. Für eine Einschätzung, die zu Ihrer Lage passt, fragen wir noch nach Branche und Berufserfahrung — dieselbe Rolle bedeutet in unterschiedlichen Branchen Unterschiedliches.
SapientShift (2026): Nutztierhalter (ohne Geflügel) und Milchproduzenten — KI-Betroffenheit nach Tätigkeiten. Stand 19.07.2026. https://sapientshift.com/berufe/nutztierhalter-ohne-gefluegel-und-milchproduzenten
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Wie diese Aussagen entstehen — Methodik & Evidenzklassen · Datensatz Version 1.0