Der Kern dieser Arbeit ist, Stoffe bis auf ihre Zusammensetzung herunterzubrechen und daraus etwas Neues zu machen. Experimentieren, analysieren, Ergebnisse dokumentieren – zwischen Labor und neuem Material liegt hier viel Wiederholung und Genauigkeit.
Chemiker untersuchen, woraus Stoffe bestehen und wie sie sich verändern – und entwickeln daraus neue Erkenntnisse oder Produkte.
Chemiker betreiben Forschung, verbessern oder entwickeln Konzepte, Theorien und Arbeitsmethoden oder wenden wissenschaftliche Erkenntnisse der Chemie an, um neue Erkenntnisse oder Produkte zu entwickeln sowie zur Qualitäts- und Prozesskontrolle. Zu den Aufgaben gehören - (a) Betreiben von Forschung sowie Verbessern oder Entwickeln von Konzepten, Instrumenten, Theorien und Arbeitsmethoden im Zusammenhang mit der Chemie; (b) Durchführen von Experimenten, Tests und Analysen zur Untersuchung der chemischen Zusammensetzung sowie energetischer und chemischer Veränderungen in verschiedenen natürlichen oder synthetischen Stoffen, Materialien und Produkten; (c) Entwickeln von Verfahren zur Umweltkontrolle, Qualitätskontrolle und verschiedenen anderen Verfahren für Hersteller oder Anwender; (d) Durchführen von Programmen zur Proben- und Datensammlung und -analyse zur Identifizierung und Quantifizierung von Umweltschadstoffen; (e) Mitwirken an interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojekten in Zusammenarbeit mit Chemieingenieuren, Biologen, Mikrobiologen, Agronomen, Geologen oder anderen Fachkräften; (f) Verwenden von Mikroorganismen zur Umwandlung von Stoffen in neue Verbindungen; (g) Ermitteln von Möglichkeiten zur Verstärkung oder Kombination von Materialien oder zur Entwicklung neuer Materialien; (h) Reproduzieren und Synthetisieren natürlich vorkommender Stoffe sowie Erzeugen neuer künstlicher Stoffe; (i) Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten und Berichte. Beispiel für den hier eingeordneten Beruf: - Chemiker/in Einige verwandte, anderswo eingeordnete Berufe: - Biochemiker - 2131 - Pharmakologe - 2131 - Apotheker - 2262
Anorganiker · Anorganikerin · Arzneimittelchemiker · Arzneimittelchemikerin · Biochemiker · Biochemikerin · Chemieanalytiker · Chemieanalytikerin · Chemiker/Chemikerin · Chemikerin · Chemische Analytikerin · Chemischer Analytiker · +47 weitere
Quelle: ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations) — untergeordnete Occupations der ISCO-08-Gruppe 2113.
Die Modellentwicklung verschiebt sich dort, wo sie rein rechnerisch ist — die experimentell gebundene Chemie bleibt gering betroffen, und über die Laborarbeit selbst sagt die Studienlage nichts.
Chemiker liegt im mittleren Bereich — von Fahrzeugreiniger · am wenigsten bis Datenerfasser · am stärksten betroffen.
| Eigene Auswertung | ILO-Einstufung | In der Berufsgruppe |
|---|---|---|
| oberes Mittelfeld von 411 Berufen | nur am Rand von generativer KI berührt | Von 24 verglichenen Berufen sind 15 weniger betroffen als dieser. Gruppe: Naturwissenschaft & Ingenieurwesen |
Ähnlich eingeordnet: Pädagogik- und Didaktikspezialisten · Psychologen · Biologen, Botaniker, Zoologen und verwandte Berufe
Ausgerechnet die Lücke, die für diesen Beruf am schwersten wiegt, bleibt offen: Laborautomatik und automatische Messsysteme wurden nicht untersucht, erfasst ist allein generative Software. Und ob generative KI die eigentliche Hypothesen- und Theoriebildung berührt, hat bislang keine Quelle betrachtet. Gerade zum Kern der wissenschaftlichen Arbeit lässt sich damit noch nichts Sicheres sagen.
Eigene Auswertung (SapientShift-Tätigkeitsanalyse) auf Basis der ILO-Einstufung · Quelle der Einstufung: ILO, Generative AI and Jobs (Working Paper 140), 2025 · Stand 2026-07-19 · Methodik
Chemikerinnen und Chemiker gehören zu den nur gering betroffenen Berufen — einzelne Aufgaben zeigen moderates Automatisierungspotenzial, die Arbeit insgesamt bleibt begrenzt berührt. Beim Entwickeln von Modellen, Theorien und Methoden verläuft der Bruch qür durch die Forschungsberufe: rein rechnerisch-mathematische Modellbildung verschiebt sich deutlich stärker als die experimentell-laborgebundenen Fächer, zu denen die Chemie zählt. Der Grund ist benannt — Aufgaben mit physisch-manuellen Anteilen wurden in den Einschätzungen ausdrücklich nach unten korrigiert. Über das Experimentieren, Testen und die Feldanalyse selbst sagt allerdings keine der Untersuchungen etwas — daraus folgt weder Betroffenheit noch das Gegenteil.
Zu dieser Aufgabe liegt noch keine belastbare Untersuchung vor.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Wie sich das Durchführen von Experimenten, Tests und Feldanalysen entwickelt, lässt sich noch nicht belastbar sagen — es ist einer der größten blinden Flecken der verfügbaren Untersuchungen. Vermutlich verschieben sich vor allem das Auswerten und Dokumentieren der Versuche, während die praktische Durchführung und Probennahme am Objekt stärker menschlich bleiben; der wertbildende Kern könnte in Versuchsdesign und Ergebnisbeurteilung wandern. Das ist aber eine begründete Vermutung, kein Befund.
Beim Entwickeln von Modellen und Methoden übernimmt KI zunehmend die strukturiert-analytischen Anteile, das Durchdenken und Verantworten bleibt.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Das Entwickeln von Modellen, Theorien und Methoden gehört zu den Tätigkeiten, bei denen sich viel bewegt: Ein erheblicher Teil der Aufgaben ist durchgängig KI-nah, und Fachleute haben gerade die strukturiert-analytischen, daten- und kommunikationsbezogenen Anteile nach oben korrigiert — nicht nur Routinearbeit, sondern spezialisierte fachliche Aufgaben. Betroffenheit heißt dabei aber nicht Ersetzung: Ein großer Teil der heutigen Arbeit lässt sich mit KI erledigen, während dieselben Tätigkeiten sich zugleich weiterentwickeln und neue Aufgaben hervorbringen können.
Zuletzt geprüft 2026-07-19
Amtliche Bezeichnung nach ISCO-08: Chemiker (ISCO 2113) · 2113
Kein Einzelbeleg — als „nicht untersucht" eingestuft.
Gradient 3 captures occupations where a significant portion of tasks are consistently exposed to GenAI, signaling growing automation risks and requiring adaptation strategies for workers (Significant exposure, high task variability). / Above-moderate occupational exposure: even though some tasks remain less exposed, the overall potential of automation of the current tasks with GenAI is growing in these occupations.
some occupations – such as financial analysts, and web and multimedia developers (gradient 4), as well as bank tellers, translators, applications programmers, investment advisers (gradient 3) – have increased their levels of exposure, highlighting the expanding abilities of GenAI technology to potentially automate more specialized tasks in professional and technical roles.
In contrast, occupations involving more cognitive or knowledge-intensive tasks, such as Clerical Support Workers and Professionals, show a much more mixed picture. While some tasks in these groups received lower scores, many others were revised upwards by the expert group, reflecting the greater adaptability of generative AI for structured, data-driven, or communication-focused tasks. / experts highlighted the limitations of generative AI in handling physical and manual components, leading to significantly reduced adjusted scores compared to the survey.
we stress that such exposure does not imply the immediate automation of an entire occupation, but rather the potential for a large share of its current tasks to be performed using this technology. / The scores reflect the high potential of automation among their current tasks, but these occupations also possess a strong capacity to evolve and develop new tasks through innovative application of GenAI and related digital tools.
Die Modellentwicklung verschiebt sich dort, wo sie formal-rechnerisch ist — für die experimentell gebundene Chemie bleibt der Wert niedrig, und über die Laborarbeit selbst sagt keine Quelle etwas
Chemikerinnen und Chemiker sind in der ILO-Erhebung eigens vermessen und liegen mit einem Mittelwert von 0,39 bei einer Streuung von 0,10 in „Minimal Exposure" — einer Kategorie, in der laut Quelle einzelne Aufgaben moderates Automatisierungspotenzial zeigen, die Exposition des Berufs insgesamt aber begrenzt bleibt. Beim Entwickeln von Modellen, Theorien und Methoden ist der Befund insgesamt „verändert", der Bruch verläuft aber qür durch die Forschungsberufe: Mathematiker, Aktuare und Statistiker liegen bei 0,56, Ökonomen bei 0,55 in Gradient 3, Soziologen bei 0,48 und Biologen bei 0,40 in Gradient 2 — während die experimentell-laborgebundenen Fächer mit Chemie bei 0,39 und Geowissenschaften bei 0,36 darunter bleiben, und die ILO nennt den Grund selbst: Ihre Expertenrevision hat strukturierte, datengetriebene Aufgaben nach oben, Aufgaben mit physisch-manuellen Komponenten dagegen deutlich nach unten korrigiert. Für Experimente, Tests und Feldanalysen als eigene Tätigkeit macht dagegen keine der zehn Korpusquellen eine Aussage — die OECD führt „Chemistry" nur als Achsen- und Taxonomiebeschriftung, ohne sie im Ergebnistext zu interpretieren.
Genau die Lücke, die für diesen Beruf am schwersten wiegt, ist keine: Laborautomatisierung und automatisierte Messsysteme fallen aus dem Korpus heraus, der ausschließlich generative Software misst — und ob generative KI die originäre Hypothesen- und Theoriebildung berührt, ist von keiner Quelle untersucht.
Bewusst abgesetzt von der belegten KI-Schicht oben: Anwendungsideen, keine quellenbelegten Befunde. Sie inspirieren, sie beweisen nichts.
Diese Seite beschreibt Chemiker allgemein — mit Tätigkeiten wie „Experimente, Tests und Feldanalysen durchführen“ oder „Modelle, Theorien und Methoden entwickeln“.
Für diesen Beruf liegt die gemessene Betroffenheit im Mittelfeld.
Ihre Rolle ist bereits übernommen. Für eine Einschätzung, die zu Ihrer Lage passt, fragen wir noch nach Branche und Berufserfahrung — dieselbe Rolle bedeutet in unterschiedlichen Branchen Unterschiedliches.
SapientShift (2026): Chemiker — KI-Betroffenheit nach Tätigkeiten. Stand 19.07.2026. https://sapientshift.com/berufe/chemiker-2113
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Wie diese Aussagen entstehen — Methodik & Evidenzklassen · Datensatz Version 1.0