Der Kern dieser Arbeit ist, aus Beobachtung und Gespräch zu verstehen, warum ein Mensch so denkt oder handelt, wie er es tut. Tests, Gespräche und die Auswertung von Verhalten fließen dabei zusammen, um daraus Empfehlungen und Unterstützung abzuleiten.
Psychologen untersuchen, wie Menschen denken, fühlen und sich verhalten – und nutzen dieses Wissen, um sie in schwierigen Phasen zu unterstützen.
Psychologen erforschen und untersuchen die mentalen Prozesse und das Verhalten von Menschen als Individuen oder in Gruppen und wenden dieses Wissen an, um die persönliche, soziale, schulische oder berufliche Anpassung und Entwicklung zu fördern. Zu den Aufgaben gehören - (a) Planung und Durchführung von Tests zur Messung mentaler, körperlicher und anderer Merkmale wie Intelligenz, Fähigkeiten, Eignungen, Potenziale usw., Interpretation und Auswertung der Ergebnisse sowie Beratung; (b) Analyse der Auswirkungen von Vererbung, sozialen, beruflichen und anderen Faktoren auf individuelles Denken und Verhalten; (c) Durchführung von Beratungs- oder therapeutischen Gesprächen mit Einzelpersonen und Gruppen sowie Bereitstellung von Nachsorgeleistungen; (d) Aufrechterhaltung erforderlicher Kontakte, etwa zu Familienangehörigen, Bildungsbehörden oder Arbeitgebern, sowie Empfehlung möglicher Lösungen für und Behandlungen von Problemen; (e) Untersuchung psychologischer Faktoren bei der Diagnose, Behandlung und Prävention psychischer Erkrankungen und emotionaler oder Persönlichkeitsstörungen sowie Beratung mit verwandten Fachkräften; (f) Erstellung wissenschaftlicher Abhandlungen und Berichte; (g) Erstellung von Leistungs-, Diagnose- und Prognosetests zur Verwendung durch Lehrkräfte bei der Planung von Unterrichtsmethoden und -inhalten; (h) Durchführung von Erhebungen und Forschungsstudien zu Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsgruppen, Arbeitsmoral, Motivation, Aufsicht und Management; (i) Entwicklung von Theorien, Modellen und Methoden zur Interpretation und Beschreibung menschlichen Verhaltens. Beispiele für die hier eingeordneten Berufe: - Klinischer Psychologe - Schulpsychologe - Organisationspsychologe - Psychotherapeut - Sportpsychologe Einige verwandte, anderswo eingeordnete Berufe: - Psychiater - 2212
Arbeitspsychologe · Arbeitspsychologin · Forensische Psychologin · Forensischer Psychologe · Gesundheits- und Rehabilitationspsychologe · Gesundheits- und Rehabilitationspsychologin · Klinische Psychologin · Klinischer Psychologe · Kommunikationspsychologe · Kommunikationspsychologin · Lügendetektor-Prüfer · Lügendetektor-Prüferin · +42 weitere
Quelle: ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations) — untergeordnete Occupations der ISCO-08-Gruppe 2634.
Das therapeutische Gespräch gilt als kaum betroffen — doch einzelne Teilaufgaben des Berufs sind stärker berührt, ohne dass klar wäre welche, während die formale Modellarbeit daneben sich deutlicher verschiebt.
Psychologen liegt im mittleren Bereich — von Fahrzeugreiniger · am wenigsten bis Datenerfasser · am stärksten betroffen.
| Eigene Auswertung | ILO-Einstufung | In der Berufsgruppe |
|---|---|---|
| oberes Mittelfeld von 411 Berufen | am unteren Rand der von generativer KI berührten Berufe | Von 21 verglichenen Berufen sind 11 weniger betroffen als dieser. Gruppe: Recht, Kultur & Sozialwissenschaft |
Ähnlich eingeordnet: Chemiker · Pädagogik- und Didaktikspezialisten · Biologen, Botaniker, Zoologen und verwandte Berufe
Alle Befunde beruhen bisher auf einer einzigen Quelle — das allein mahnt zur Vorsicht. Und die entscheidende Frage bleibt offen: ob das Gespräch selbst, das Herzstück dieses Berufs, zu den stärker betroffenen Aufgaben gehört, lässt sich derzeit weder bejahen noch verneinen. Auch ob KI-gestützte Gesprächsangebote Beratung ausserhalb des Berufs ersetzen, ist noch nicht geklärt — hier lohnt es, die Entwicklung im Blick zu behalten.
Eigene Auswertung (SapientShift-Tätigkeitsanalyse) auf Basis der ILO-Einstufung · Quelle der Einstufung: ILO, Generative AI and Jobs (Working Paper 140), 2025 · Stand 2026-07-19 · Methodik
Das Beratungs- und Therapiegespräch selbst zählt zu den kaum betroffenen Tätigkeiten — für diesen Kern ist keine Verschiebung dokumentiert. Zugleich zeigt die Erhebung, dass der Beruf einzelne deutlich stärker berührte Teilaufgaben trägt, ohne zu benennen, welche das sind: ob Gesprächsführung, Testauswertung, Befundberichte oder Dokumentation, bleibt offen. Deutlicher in Bewegung ist das methodisch-modellierende Umfeld — statistische und ökonomische, datengetriebene Arbeit —, während die diagnostische Arbeit niedrig eingestuft bleibt. Ein oft zitierter Hinweis, dass Menschen sich am Wochenende häufiger mit emotionalen Anliegen an Sprachmodelle wenden, sagt über die professionelle Gesprächsarbeit ausdrücklich nichts.
Zu dieser Aufgabe liegt noch keine belastbare Untersuchung vor.
Wie sich das Durchführen von Experimenten, Tests und Feldanalysen entwickelt, lässt sich noch nicht belastbar sagen — es ist einer der größten blinden Flecken der verfügbaren Untersuchungen. Vermutlich verschieben sich vor allem das Auswerten und Dokumentieren der Versuche, während die praktische Durchführung und Probennahme am Objekt stärker menschlich bleiben; der wertbildende Kern könnte in Versuchsdesign und Ergebnisbeurteilung wandern. Das ist aber eine begründete Vermutung, kein Befund.
Das Durchführen von Untersuchungen bleibt bislang unverändert, obwohl KI-Anwendungen gerade an der Diagnostik ansetzen.
Die ärztlich und technisch untersuchenden Berufe zählen zu den am wenigsten betroffenen — bei der Bildgebung streuen selbst die einzelnen Teilaufgaben kaum. Zwar konzentrieren sich KI-Anwendungen im Gesundheitswesen betrieblich genau auf die Diagnostik, doch eine Verschiebung der Tätigkeit selbst ist bislang nicht gemessen; am Arbeitsmarkt fällt der Effekt für Gesundheitsberufe sogar leicht positiv aus. Stärker berührt ist allein der assistierende Rand der Tätigkeit.
Beim Entwickeln von Modellen und Methoden übernimmt KI zunehmend die strukturiert-analytischen Anteile, das Durchdenken und Verantworten bleibt.
Das Entwickeln von Modellen, Theorien und Methoden gehört zu den Tätigkeiten, bei denen sich viel bewegt: Ein erheblicher Teil der Aufgaben ist durchgängig KI-nah, und Fachleute haben gerade die strukturiert-analytischen, daten- und kommunikationsbezogenen Anteile nach oben korrigiert — nicht nur Routinearbeit, sondern spezialisierte fachliche Aufgaben. Betroffenheit heißt dabei aber nicht Ersetzung: Ein großer Teil der heutigen Arbeit lässt sich mit KI erledigen, während dieselben Tätigkeiten sich zugleich weiterentwickeln und neue Aufgaben hervorbringen können.
Das persönliche Beratungsgespräch bleibt menschliche Arbeit, auch wenn Ratsuchende sich vereinzelt an eine KI wenden.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Beratung und Therapie leben von der tragfähigen Beziehung zwischen zwei Menschen — genau die Aufgaben, die diese Gespräche ausmachen, gelten als von KI weitgehend unberührt. Zugleich wenden sich manche Menschen mit emotionalen Fragen inzwischen an Sprachmodelle, und in einzelnen Teilaufgaben psychologischer Arbeit zeigt sich durchaus Automatisierungspotenzial. Das eigentliche Führen des Gesprächs — das Zuhören und das Verantworten — bleibt aber an den Menschen gebunden.
Zuletzt geprüft 2026-07-19
Amtliche Bezeichnung nach ISCO-08: Psychologen (ISCO 2634) · 2634
Kein Einzelbeleg — als „nicht untersucht" eingestuft.
Not Exposed 2211 Generalist Medical Practitioners 0.29 0.1 / Not Exposed 2212 Specialist Medical Practitioners 0.27 0.12
Not Exposed 3211 Medical Imaging and Therapeutic Equipment Technicians 0.22 0.03 / Minimal Exposure 3212 Medical and Pathology Laboratory Technicians 0.31 0.16
Gradient 1 3256 Medical Assistants 0.35 0.23
certain applications are more sector-specific: ‚Financial Risk Modeling‘ in Finance, ‚Personalized Recommendation Engines‘ in Retail, ‚De-mand [norm.] and Sales Forecasting‘ in Utilities, and ‚Healthcare Diagnostics and Genomics‘ in Health.
Healthcare Practitioners 29 4.61 -1.77 -0.060 2.77 1.85
Gradient 3 captures occupations where a significant portion of tasks are consistently exposed to GenAI, signaling growing automation risks and requiring adaptation strategies for workers (Significant exposure, high task variability). / Above-moderate occupational exposure: even though some tasks remain less exposed, the overall potential of automation of the current tasks with GenAI is growing in these occupations.
some occupations – such as financial analysts, and web and multimedia developers (gradient 4), as well as bank tellers, translators, applications programmers, investment advisers (gradient 3) – have increased their levels of exposure, highlighting the expanding abilities of GenAI technology to potentially automate more specialized tasks in professional and technical roles.
In contrast, occupations involving more cognitive or knowledge-intensive tasks, such as Clerical Support Workers and Professionals, show a much more mixed picture. While some tasks in these groups received lower scores, many others were revised upwards by the expert group, reflecting the greater adaptability of generative AI for structured, data-driven, or communication-focused tasks. / experts highlighted the limitations of generative AI in handling physical and manual components, leading to significantly reduced adjusted scores compared to the survey.
we stress that such exposure does not imply the immediate automation of an entire occupation, but rather the potential for a large share of its current tasks to be performed using this technology. / The scores reflect the high potential of automation among their current tasks, but these occupations also possess a strong capacity to evolve and develop new tasks through innovative application of GenAI and related digital tools.
Not Exposed 2211 Generalist Medical Practitioners 0.29 0.1 / Not Exposed 2212 Specialist Medical Practitioners 0.27 0.12 / Not Exposed 2221 Nursing Professionals 0.25 0.13 / Not Exposed 2240 Paramedical Practitioners 0.23 0.13 / Not Exposed 2261 Dentists 0.15 0.06 / Not Exposed 2250 Veterinarians 0.14 0.05 / Not Exposed 3240 Veterinary Technicians and Assistants 0.14 0.02
Not Exposed | Occupations that don't meet any of the above conditions. | Occupations where most tasks remain relatively unaffected by GenAI, with low task variability and a stable low mean exposure score.
μ < 0.5 and μ + σ > 0.4
By contrast, nearly half of the proportional reduction in work tasks done by humans alone in the Medical and Healthcare Services and Government and Public sectors are instead expected to be driven by increased augmentation and human-machine collaboration.
Not Exposed 2635 Social Work and Counselling Professionals 0.28 0.1 Occupations where most tasks remain relatively unaffected by GenAI, with low task variability and a stable low mean exposure score.
Minimal Exposure 3412 Social Work Associate Professionals 0.33 0.13 Occupations with low GenAI exposure, where some tasks show moderate automation potential, but overall occupational exposure remains limited.
Gradient 1 2634 Psychologists 0.39 0.14 Low overall GenAI exposure at the occupational level, but high variability across tasks. Some tasks within these occupations have an elevated automation potential, even if the occupation as a whole remains strongly reliant on tasks that have a low potential of automation.
Outside the workweek, users' conversations shift from business correspondence, marketing copy, and slide decks to emotional support, medical questions, and investment advice.
Das Gespräch selbst ist gemessen unauffällig, aber der Beruf trägt exponierte Teilaufgaben, die niemand benennt — und die formale Modellarbeit daneben verschiebt sich deutlich
Psychologinnen und Psychologen sind in der ILO-Erhebung eigens vermessen und landen mit 0,39 bei einer Streuung von 0,14 in „Gradient 1", also bei niedriger Gesamtexposition mit hoher Aufgabenstreuung: μ + σ erreicht 0,53, es gibt in diesem Beruf also nachweislich Teilaufgaben mit erhöhtem Automatisierungspotenzial — welche das sind, ob Gesprächsführung, Testauswertung, Befundberichte oder Dokumentation, sagt die Quelle ausdrücklich nicht. Für das Beratungs- und Therapiegespräch als Tätigkeit ist keine Verschiebung dokumentiert; der Kernberuf der Beratung liegt mit 0,28 bei einer Streuung von 0,10 in „Not Exposed", und der einzige nahe Befund — dass Nutzende am Wochenende häufiger emotionale Anliegen an ein Sprachmodell richten — ist Herstellertelemetrie ohne Berufszuordnung und trägt keine Aussage über professionelle Gesprächsarbeit. Deutlicher bewegt sich das methodisch-modellierende Umfeld: Mathematiker, Aktuare und Statistiker liegen bei 0,56, Ökonomen bei 0,55 in Gradient 3, Soziologen und verwandte Berufe bei 0,48 in Gradient 2, weil die ILO-Expertenrevision strukturierte, datengetriebene Aufgaben systematisch nach oben und physisch-manuelle nach unten korrigiert hat — die Diagnostik dagegen bleibt niedrig eingestuft.
Alle Befunde ruhen auf einer einzigen Quelle, und die entscheidende Frage bleibt offen: Ob das Gespräch selbst zu den exponierten Teilaufgaben dieses Berufs gehört, ist aus dem Korpus weder zu bejahen noch zu verneinen — ebenso wenig, ob konversationelle KI Beratung außerhalb des Berufs ersetzt.
Bewusst abgesetzt von der belegten KI-Schicht oben: Anwendungsideen, keine quellenbelegten Befunde. Sie inspirieren, sie beweisen nichts.
Diese Seite beschreibt Psychologen allgemein — mit Tätigkeiten wie „Experimente, Tests und Feldanalysen durchführen“ oder „Diagnostische Tests und medizinische Untersuchungen durchführen“.
Für diesen Beruf liegt die gemessene Betroffenheit im Mittelfeld.
Ihre Rolle ist bereits übernommen. Für eine Einschätzung, die zu Ihrer Lage passt, fragen wir noch nach Branche und Berufserfahrung — dieselbe Rolle bedeutet in unterschiedlichen Branchen Unterschiedliches.
SapientShift (2026): Psychologen — KI-Betroffenheit nach Tätigkeiten. Stand 19.07.2026. https://sapientshift.com/berufe/psychologen-2634
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Wie diese Aussagen entstehen — Methodik & Evidenzklassen · Datensatz Version 1.0