Der Kern dieser Arbeit ist Auswahl: aus einer Fülle an Material das herauszufiltern, was Bestand haben soll, und es daürhaft auffindbar zu machen. Das reicht von der Bewertung einzelner Dokumente bis zur Organisation ganzer Ausstellungen. Wie aus einer losen Sammlung eine geordnete, auffindbare Struktur wird, sieht heute vielerorts anders aus als früher.
Was von gestern erzählt, sichern Archivare und Kuratoren für morgen: Sie bewerten, ordnen und bewahren Dokumente, Kunstwerke und Objekte von historischem und kulturellem Wert.
Archivare und Kuratoren sammeln, bewerten und gewährleisten die sichere Verwahrung und Erhaltung der Inhalte von Archiven, Artefakten und Aufzeichnungen von historischem, kulturellem, administrativem und künstlerischem Interesse sowie von Kunstwerken und anderen Objekten. Sie planen, entwickeln und setzen Systeme zur sicheren Verwahrung von Aufzeichnungen und historisch wertvollen Dokumenten um. Zu den Aufgaben gehören - (a) Bewertung und Erhaltung von Aufzeichnungen für administrative, historische, rechtliche, beweisrechtliche und sonstige Zwecke; (b) Leitung oder Durchführung der Erstellung von Registern, Bibliografien, Mikrofilmkopien und anderen Nachschlagehilfen zum gesammelten Material sowie deren Bereitstellung für Nutzer; (c) Erforschung der Herkunft, Verbreitung und Nutzung von Materialien und Objekten von kulturellem und historischem Interesse; (d) Organisation, Entwicklung und Pflege von Sammlungen künstlerisch, kulturell, wissenschaftlich oder historisch bedeutsamer Gegenstände; (e) Leitung oder Durchführung der Klassifizierung und Katalogisierung von Museums- und Kunstgaleriesammlungen sowie Organisation von Ausstellungen; (f) Erforschung, Bewertung, Organisation und Erhaltung historisch bedeutsamer und wertvoller Dokumente wie Regierungsunterlagen, Privatunterlagen, Fotografien, Karten, Manuskripte und audiovisuelle Materialien; (g) Erstellung wissenschaftlicher Abhandlungen und Berichte; (h) Planung und Umsetzung der computergestützten Verwaltung von Archiven und elektronischen Aufzeichnungen; (i) Organisation von Ausstellungen in Museen und Kunstgalerien, Bewerbung von Exponaten und Einrichtung besonderer Präsentationen für allgemeines, spezialisiertes oder pädagogisches Interesse; (j) Bewertung und Erwerb von Archivmaterial zum Aufbau und zur Entwicklung einer Archivsammlung für Forschungszwecke. Beispiele für die hier eingeordneten Berufe: - Archivar - Kunstgaleriekurator - Museumskurator - Registraturleiter
Archivar · Archivar/Archivarin · Archivarin · Ausstellungskurator · Ausstellungskuratorin · Ausstellungsmacher · Ausstellungsmacherin · Dokumentar · Dokumentarin · Galeriekurator · Galeriekuratorin · Konservator · +114 weitere
Quelle: ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations) — untergeordnete Occupations der ISCO-08-Gruppe 2621.
Recherche und Bestandsdokumentation zählen zu den berührten Teilen der Arbeit — das Gestalten von Veranstaltungen für Lernende dagegen bleibt auf den Menschen angewiesen.
Archiv- und Museumswissenschaftler liegt nahe am oberen Rand — von Fahrzeugreiniger · am wenigsten bis Datenerfasser · am stärksten betroffen.
| Eigene Auswertung | ILO-Einstufung | In der Berufsgruppe |
|---|---|---|
| oberstes Fünftel von 411 Berufen | im unteren Bereich der von generativer KI berührten Berufe | Von 21 verglichenen Berufen sind 12 weniger betroffen als dieser. Gruppe: Recht, Kultur & Sozialwissenschaft |
Ähnlich eingeordnet: Ausbilder im Bereich Informationstechnologie · Philosophen, Historiker und Politologen · Sprecher im Rundfunk, Fernsehen und sonstigen Medien
Für die Verwaltung von Ausleihe, Rückgabe und Leihverkehr liegt bisher keine eigene Untersuchung vor — und die körperliche Seite dieser Arbeit, das Entgegennehmen, Prüfen und Einsortieren von Objekten, fällt ohnehin nicht in das, was die Studien überhaupt erfassen. Damit bleibt gerade der handfeste Teil des Berufs die große Unbekannte. Nach heutigem Stand lässt sich dazu nichts Belastbares sagen.
Eigene Auswertung (SapientShift-Tätigkeitsanalyse) auf Basis der ILO-Einstufung · Quelle der Einstufung: ILO, Generative AI and Jobs (Working Paper 140), 2025 · Stand 2026-07-19 · Methodik
Dieser Beruf ist nicht als Ganzes berührt, sondern in Teilen — manche Aufgaben stark, andere kaum. Am deutlichsten belegt ist der Rechercheanteil: Die verwandten Informationsberufe gelten als durchgängig berührt, länderübergreifend sinkt die betriebliche Nachfrage nach recherchierenden und dokumentierenden Fähigkeiten spürbar, und Wissensmanagement ist mit 58 % die betriebliche Funktion mit der höchsten berichteten KI-Nutzung überhaupt. Gegenläufig sind die vermittelnden Ränder der Rolle: Das Organisieren thematischer Aktivitäten für Lernende bleibt auf menschliche Aufsicht angewiesen, weil KI zwar Ideen vorschlagen und bei der Planung assistieren, aber weder Beteiligung noch Sicherheit gewährleisten kann. Und auch der Recherchebefund misst nur Automatisierungspotenzial — ob frei werdende Zeit tatsächlich in Quellenprüfung und Einordnung fliesst, hat keine Quelle erhoben.
Das Ablegen und Verwalten von Dokumenten läuft zunehmend automatisch, ganz ohne menschlichen Anteil geht es aber nicht.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Das Verwalten und Ablegen von Akten gehört zu den Tätigkeiten, die KI am stärksten erfasst — die Berufe, in denen es steckt, zählen zu den am deutlichsten betroffenen. In KI-nahen Betrieben sinkt die Nachfrage nach Aktenführungs- und Bürofertigkeiten messbar, und Fachleute rechnen mit einem KI-getriebenen Rückgang dieser Tätigkeiten; das gilt als Bruch mit einer früheren Zeit, in der solche Fertigkeiten sogar gefragter wurden. Zugleich hat die Forschung ihre eigene Erwartung an eine Vollautomatisierung nach unten korrigiert: In der Praxis brauchen viele dieser Aufgaben weiterhin spürbaren menschlichen Einsatz.
Zu dieser Aufgabe liegt noch keine belastbare Untersuchung vor.
Wie sich das Verwalten von Ausleihe und Rückgabe entwickelt, lässt sich noch nicht belastbar sagen. Vermutlich verschiebt sich der reine Verbuchungs- und Erinnerungsteil zunehmend in automatische Abläufe, während Übergabe, Zustandsprüfung und Beratung am Objekt menschlich bleiben — das ist aber eine begründete Vermutung, kein gesicherter Befund.
Das Organisieren der Aktivitäten bleibt in menschlicher Hand, weil es von Gruppengespür und spontanen Entscheidungen lebt.
Aktivitäten und Veranstaltungen für Lernende zu organisieren heißt, Gruppendynamik einzuschätzen, im Moment zu entscheiden und Pläne an die Reaktionen der Teilnehmenden anzupassen — genau hier bleibt der menschliche Anteil tragend. KI kann Ideen liefern und thematische Programme vorschlagen, doch das Führen der Gruppe und die Verantwortung für Sicherheit und Beteiligung lassen sich nicht übergeben. Am ehesten greift sie am dokumentarischen Rand, etwa bei Vorlagen und Zusammenfassungen, während der organisierende Kern unberührt bleibt.
Das Auffinden von Information verschiebt sich zur KI, das Einordnen und Bewerten bleibt beim Menschen.
Recherche gehört zu den Tätigkeiten, die KI schon heute spürbar durchdringt — in der Wissensarbeit ist sie die am stärksten genutzte Funktion überhaupt. In Betrieben, die stärker auf KI setzen, sinkt die Nachfrage nach kognitiven Fähigkeiten messbar, und gerade das Aufspüren übersehener Informationen übernimmt zunehmend die Maschine. Was bleibt, ist das Einordnen, Gewichten und Verantworten dessen, was zusammengetragen wurde.
Zum Restaurieren selbst liegt noch keine belastbare Untersuchung vor — vermutlich verschiebt sich das Dokumentieren, der Eingriff bleibt von Hand.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Wie sich das Restaurieren und Konservieren von Kunstwerken entwickelt, lässt sich noch nicht belastbar sagen — keine der vorliegenden Untersuchungen misst diese Tätigkeit direkt. Vermutlich verschieben sich die dokumentierenden Teile — Zustandserfassung, Schadensaufnahme und Materialanalyse —, während der restauratorische Eingriff am Objekt selbst von Hand bleibt. Das ist aber eine begründete Vermutung aus angrenzenden Befunden, kein eigener Nachweis.
Zuletzt geprüft 2026-07-19
Amtliche Bezeichnung nach ISCO-08: Archiv- und Museumswissenschaftler · 2621
Among the 13 occupations classified in gradient 4, the majority represent clerical roles, including data entry clerks, typists and word processing operators, accounting and bookkeeping clerks, and general office clerks.
While tasks such as taking meeting notes or scheduling appointments can significantly benefit from GenAI support, our 2023 scores for such tasks, which reached 0.9 in some cases, reflected an overly optimistic assessment of full automation potential. In reality, many of these tasks still require substantial human effort.
Skills and tasks that can be roughly described as clerical tasks were the sub-group of skills that saw the largest reduction in demand. Demand for clerical skills declined by slightly more than 2 percentage points for a one standard deviation increase in establishment-level AI exposure … The most frequently demanded skills in clerical tasks are administrative support and record keeping, and this subgrouping includes the use of general office tools as well.
Hershbein and Kahn (2018) show that vacancies demanding routine, cognitive skills such as those found in clerical and administrative occupations demanded more skills, and employment in these positions grew modestly after the great recession. … This report finds that AI may now be putting these same clerical and administrative skills under direct threat of automation leading to diminishing demand for these skills.
The presence of both Graphic Designers and Legal Secretaries just outside the top 10 fastest-declining job roles, a first-time prediction not seen in previous editions of the Future of Jobs Report, may illustrate GenAI's increasing capacity to perform knowledge work. Job decline in both roles is seen as driven by both AI and information processing technologies as well as by broadening digital access.
Kein Einzelbeleg — als „nicht untersucht" eingestuft.
Organizing thematic activities (recreational, sports, entertainment) for different age groups [Survey 0.16 · Theoriegruppe 0.38 · Finalscore 0.3] While generative AI can suggest ideas and develop thematic activities based on input parameters, organizing such activities requires an understanding of group dynamics, spontaneous decision-making, and the ability to adjust plans based on participant interactions and preferences. AI can assist in planning and offering content ideas, but human oversight remains necessary to ensure engagement and safety, especially when catering to varied age groups. Therefore, a score of 0.3 reflects AI's supportive role rather than full automation capability in this task.
Maintaining documentation of classes conducted with children. [Survey 0.16 · Theoriegruppe 0.43 · Finalscore 0.3] Generative AI can assist in maintaining documentation by generating templates, formatting, and summarizing information, which supports automation of routine documentation tasks. However, nuances in class content, individual student progress, and teacher observations require human oversight, limiting full automation potential.
Occupations where most tasks remain relatively unaffected by GenAI, with low task variability and a stable low mean exposure score.
Gradient 3 captures occupations where a significant portion of tasks are consistently exposed to GenAI, signaling growing automation risks and requiring adaptation strategies for workers (Significant exposure, high task variability).
Gradient 4 4132 Data Entry Clerks 0.7 0.03 […] Gradient 4 2413 Financial Analysts 0.62 0.06
AI exposure is associated with a decline in demand for c ognitive skills at the establishment level. On average across countries in the sample demand for cognitive skills declined by a little over 3 percentage points for a one standard deviation increase in AI exposure (Figure 4.4, Panel A).
It may seem surprising that originality or creativity would be less demanded with greater exposure to AI. These are skills that are not at first glance associated with AI's capabilities. However, many new discoveries rely on finding a new piece of information or missing element that had been previously overlooked […]. Machine learning may already be replacing humans in finding these overlooked elements
The highest reported AI usage was in knowledge management for business, legal, and professional services (58%) and in software engineering and IT in the technology sector (58% and 56%, respectively). […] More broadly, functions tied to information processing, software, customer engagement, and internal knowledge work reported higher adoption than areas such as strategy and corporate finance and risk and compliance, where uptake remains low across most sectors.
Kein Einzelbeleg — als „nicht untersucht" eingestuft.
Recherche und Bestandsdokumentation sind als verändert gemessen, das Organisieren von Veranstaltungen für Lernende dagegen nicht.
Die ILO führt 2621 Archivists and Curators mit μ 0,47 bei SD 0,11 in Gradient 2 — „a mix of highly exposed and minimally exposed tasks, resulting in uneven impacts where some tasks may be disrupted while others remain unaffected"; die Rolle ist also nicht als Ganzes betroffen, sondern in Teilen. Am deutlichsten belegt ist der Rechercheanteil: Die verwandten Informationsberufe liegen in Gradient 3, 2622 Librarians and Related Information Professionals bei 0,55 mit einer SD von nur 0,04 — dort zieht sich die Exposition gleichmäßig durch das Profil statt sich auf Einzelaufgaben zu beschränken —, die OECD misst über neun Länder einen Rückgang der betrieblichen Nachfrage nach kognitiven Fertigkeiten um gut 3 Prozentpunkte je Standardabweichung KI-Exposition (Kanada als einziges Land gegenläufig) und nach Büro-Fertigkeiten mit „record keeping" um gut 2 Prozentpunkte, und laut AI Index ist „knowledge management" mit 58 % die betriebliche Funktion mit der höchsten berichteten KI-Nutzung überhaupt. Gegenläufig sind die vermittelnden Ränder der Rolle: Für das Organisieren thematischer Aktivitäten hat die ILO auf Task-Ebene den Endwert 0,3 vergeben mit der Begründung, GenAI könne Ideen vorschlagen und bei der Planung assistieren, doch bleibe menschliche Aufsicht nötig, „to ensure engagement and safety" — und für den Recherchebefund gilt umgekehrt, dass Exposition ausdrücklich Automatisierungspotenzial meint und keine Quelle misst, ob frei werdende Zeit in Quellenprüfung und Bewertung fließt.
Für die Verwaltung von Ausleihe, Rückgabe und Leihverkehr liegt keine Untersuchung vor — die drei ausführenden Berufe verteilen sich bei der ILO auf drei verschiedene Expositionskategorien, und der physische Anteil (Objekte entgegennehmen, prüfen, einsortieren) liegt ohnehin außerhalb dessen, was der Korpus überhaupt misst.
Bewusst abgesetzt von der belegten KI-Schicht oben: Anwendungsideen, keine quellenbelegten Befunde. Sie inspirieren, sie beweisen nichts.
Diese Seite beschreibt Archiv- und Museumswissenschaftler allgemein — mit Tätigkeiten wie „Akten und Dokumente verwalten und ablegen“ oder „Ausleihe und Rückgabe von Objekten verwalten“.
Für diesen Beruf sprechen die Daten für deutliche Veränderung.
Ihre Rolle ist bereits übernommen. Für eine Einschätzung, die zu Ihrer Lage passt, fragen wir noch nach Branche und Berufserfahrung — dieselbe Rolle bedeutet in unterschiedlichen Branchen Unterschiedliches.
SapientShift (2026): Archiv- und Museumswissenschaftler — KI-Betroffenheit nach Tätigkeiten. Stand 19.07.2026. https://sapientshift.com/berufe/archiv-und-museumswissenschaftler
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Wie diese Aussagen entstehen — Methodik & Evidenzklassen · Datensatz Version 1.0