Der Kern dieser Arbeit ist, aus widersprüchlichen Darstellungen eine verbindliche Entscheidung zu treffen – nach klaren Regeln, aber am Ende allein verantwortet. Diese Entscheidung muss Bestand haben, auch wenn eine Seite sie nicht akzeptiert.
Vor Gericht sorgen Richter dafür, dass Verfahren fair ablaufen – und entscheiden am Ende über Schuld, Recht und Konsequenzen.
Richter führen den Vorsitz bei zivil- und strafrechtlichen Verfahren vor Gericht. Zu den Aufgaben gehören - (a) den Vorsitz bei Verhandlungen und Anhörungen führen; (b) Verfahrensregeln auslegen und durchsetzen sowie über die Zulässigkeit von Beweismitteln entscheiden; (c) die Rechte und Pflichten der beteiligten Parteien feststellen, auch in Fällen, die vor einem Geschworenengericht verhandelt werden; (d) die Geschworenen in den für den Fall maßgeblichen Rechtsfragen unterweisen; (e) in Verfahren ohne Geschworene Beweise abwägen und würdigen sowie über die rechtliche Schuld oder Unschuld oder den Grad der Haftung des Angeklagten oder Beklagten entscheiden; (f) Personen, die in Strafsachen verurteilt wurden, das Urteil verkünden, in Zivilsachen Schadenersatz oder andere angemessene Abhilfemaßnahmen festlegen und gerichtliche Anordnungen erlassen; (g) Rechtsfragen recherchieren und Gutachten zu diesen Fragen verfassen. Beispiele für die hier eingeordneten Berufe: - Oberster Richter - Richter - Magistrat Einige verwandte, anderswo eingeordnete Berufe: - Gerichtsschreiber - 3411 - Friedensrichter - 3411
Amtsrichter · Amtsrichterin · Beisitzende Richterin · Beisitzender Richter · Berufungsrichter · Berufungsrichterin · Ermittlungsrichter · Ermittlungsrichterin · Familienrichter · Familienrichterin · Friedensrichter · Friedensrichter/Friedensrichterin · +41 weitere
Quelle: ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations) — untergeordnete Occupations der ISCO-08-Gruppe 2612.
Das Entscheiden und Begründen eines Falls zählt zu den am wenigsten berührten Tätigkeiten überhaupt — die schriftgutproduzierende Zuarbeit daneben dagegen nicht.
Richter liegt im mittleren Bereich — von Fahrzeugreiniger · am wenigsten bis Datenerfasser · am stärksten betroffen.
| Eigene Auswertung | ILO-Einstufung | In der Berufsgruppe |
|---|---|---|
| Mittelfeld von 411 Berufen | nicht von generativer KI berührt | Von 21 verglichenen Berufen sind 6 weniger betroffen als dieser. Gruppe: Recht, Kultur & Sozialwissenschaft |
Ähnlich eingeordnet: Ingenieure im Bereich Elektrotechnik · Schauspieler · Akademische und vergleichbare Geburtshilfefachkräfte
Die vorliegenden Studien erfassen nur die erste KI-Welle; spezialisierte juristische Systeme sind darin noch nicht enthalten, und belastbare Aussagen für Deutschland oder Europa fehlen bislang. Ungestellt bleiben vor allem die großen Fragen richterlicher Entscheidungsarbeit — nach Qualität, Haftung und Legitimation eines Urteils, das auf KI aufbaut. Nach heutigem Stand bleibt der Kern dieser Tätigkeit damit offen; hier lohnt es, die weitere Entwicklung im Blick zu behalten.
Eigene Auswertung (SapientShift-Tätigkeitsanalyse) auf Basis der ILO-Einstufung · Quelle der Einstufung: ILO, Generative AI and Jobs (Working Paper 140), 2025 · Stand 2026-07-19 · Methodik
Das Kerngeschäft — einen Fall entscheiden und die Entscheidung begründen — wird als die am wenigsten berührte Tätigkeit unter allen geprüften Rechtsberufen eingestuft, noch unter der der Anwälte, weil hier die verantwortende Urteilsarbeit gemessen ist und nicht die Vertretung von Mandanten. Bei der Erstellung der Rechtsdokumente daneben verläuft dagegen eine deutliche Bruchlinie: Die reine Textproduktion gilt als stark berührt, die juristische Zuarbeit merklich weniger — die Trennung liegt zwischen dem Herstellen eines Textes und dem Verantworten seines Inhalts. All das sind Werte für die mögliche Berührung, keine Messung tatsächlicher Wirkung. Wie sich Aktenauswertung, Entscheidungsentwurf und Begründungsschrift im Alltag wirklich verschieben, hat bislang keine Untersuchung erhoben.
Das Bearbeiten der Fälle verschiebt sich, das hoheitliche Entscheiden bleibt in menschlicher Hand.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Die vorbereitende, sachbearbeitende Seite dieser Tätigkeit ist von KI berührt — allerdings ungleich verteilt: Manche Teilschritte lassen sich unterstützen, andere bleiben unangetastet. Der eigentliche hoheitliche Kern, das Prüfen und Entscheiden mit Verantwortung, gilt als wenig betroffen; hinzu kommt, dass Institutionen zögern, solche Entscheidungen überhaupt an Maschinen zu delegieren. Wo Routineschritte automatisiert werden, kann die Nachfrage dennoch sinken, ohne dass die Tätigkeit selbst ersetzt wird.
Das Bearbeiten von Rechtsfällen und das Vertreten von Mandanten bleibt menschliche Arbeit, einzelne Zuarbeiten ausgenommen.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Rechtsfälle zu bearbeiten und Mandanten zu vertreten zählt übereinstimmend zu den kaum betroffenen Tätigkeiten — für Anwältinnen und Anwälte, sonstige Rechtsberufe und besonders für Richterinnen und Richter fällt die direkte Betroffenheit gering aus. Eine unabhängige Untersuchung erwartet für Rechtsberufe sogar einen Zuwachs von gut sieben Prozent, getragen von Produktivitätsgewinnen im Betrieb bei geringer direkter Betroffenheit. Anders liegt es bei den juristischen Zuarbeiten: Dort haben einzelne Teilaufgaben durchaus erhöhtes Automatisierungspotenzial, während der Kern der Rechtsvertretung auf menschlichem Urteil beruht.
Das Aufsetzen der Texte verschiebt sich, das Verantworten des Inhalts bleibt.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Das Aufsetzen von Schriftsätzen und Verträgen lässt sich zunehmend von KI unterstützen — für die zuarbeitende, dokumentenproduzierende Schicht wird erstmals ein Rückgang erwartet, mit KI als benanntem Treiber. Das juristische Verantworten des Inhalts bleibt davon weitgehend unberührt: Die juristischen Kernberufe sind gering betroffen und wachsen in der ersten KI-Welle sogar. So verschiebt sich das Erstellen der Dokumente, während das Prüfen und Verantworten in menschlicher Hand bleibt.
Zuletzt geprüft 2026-07-19
Amtliche Bezeichnung nach ISCO-08: Richter (ISCO 2612) · 2612
Exposed: Gradient 2 (Moderate exposure, high task variability) · 0.4 ≤ μ < 0.5 and μ + σ ≥ 0.5 · Moderate occupational AI exposure, with high task-level variability. These occupations include a mix of some tasks that are exposed to GenAI and others not at risk, making the impact uneven. / Gradient 2 3352 Government Tax and Excise Officials 0.49 0.12 / Gradient 2 3353 Government Social Benefits Officials 0.45 0.07 / Gradient 2 3354 Government Licensing Officials 0.43 0.07
Not Exposed 2612 Judges 0.31 0.08 / Not Exposed 3355 Police Inspectors and Detectives 0.23 0.07 / Occupations where most tasks remain relatively unaffected by GenAI, with low task variability and a stable low mean exposure score.
Gradients 1-3 comprise occupations where the automation of specific tasks is limited, and some degree of task variability exists. As such, the ‚bundle of tasks' that constitutes occupations acts as a buffer against full automation. However, this does not mean that demand for these occupations will remain stable, as the efficiencies gained from introducing technology may mean that fewer workers are needed. If efforts are not made to help such jobs evolve with GenAI and integrate new tasks, even partial automation of existing tasks could lead to a decline in overall job demand in occupations found in higher exposure gradients.
An important aspect also concerns the institutional and societal acceptance of automating tasks and occupations – even when technically feasible. […] Similarly, financial institutions might hesitate to fully delegate decisions such as mortgage approvals or business plan evaluations to AI systems, preferring to retain human judgement, oversight and accountability.
Business process skills have also seen a reduction in demand from establishments more exposed to AI. On average across countries in the sample, demand for business process skills declined by 3.5 percentage points for a one standard deviation increase in AI exposure […] Business Process skills include clerical and administrative tasks along with sales and customer service. / Skills and tasks that can be roughly described as clerical tasks were the sub-group of skills that saw the largest reduction in demand. Demand for clerical skills declined by slightly more than 2 percentage points for a one standard deviation increase in establishment-level AI exposure […] The most frequently demanded skills in clerical tasks are administrative support and record keeping.
Minimal Exposure 2611 Lawyers 0.36 0.09 / Minimal Exposure (Low exposure, moderate task variability) … Occupations with low GenAI exposure, where some tasks show moderate automation potential, but overall occupational exposure remains limited.
Not Exposed 2612 Judges 0.31 0.08 / Not Exposed … Occupations where most tasks remain relatively unaffected by GenAI, with low task variability and a stable low mean exposure score.
Minimal Exposure 2619 Legal Professionals Not Elsewhere Classified 0.37 0.09
Gradient 1 3411 Legal and Related Associate Professionals 0.39 0.14 / Low overall GenAI exposure at the occupational level, but high variability across tasks. Some tasks within these occupations have an elevated automation potential, even if the occupation as a whole remains strongly reliant on tasks that have a low potential of automation.
By contrast, legal occupations expand by 7.6%, reflecting low direct exposure to the first wave of AI technologies in our sample coupled with sizable firm-level productivity gains. / Legal 23 10.9 -6.29 2.93 7.58 0.73
Gradient 3 3342 Legal Secretaries 0.55 0.13
Minimal Exposure 2611 Lawyers 0.36 0.09 Minimal Exposure 2619 Legal Professionals Not Elsewhere Classified 0.37 0.09 Not Exposed 2612 Judges 0.31 0.08
The presence of both Graphic Designers and Legal Secretaries just outside the top 10 fastest-declining job roles, a first-time prediction not seen in previous editions of the Future of Jobs Report, may illustrate GenAI's increasing capacity to perform knowledge work. Job decline in both roles is seen as driven by both AI and information processing technologies as well as by broadening digital access. This is a major change from the report's 2023 edition, when Graphic Designers were considered a moderately growing job and Legal Secretaries did not feature in the expected job growth/decline list.
By contrast, legal occupations expand by 7.6%, reflecting low direct exposure to the first wave of AI technologies in our sample coupled with sizable firm-level productivity gains.
A one standard deviation increase is equivalent to moving from a moderately to a highly exposed establishment. Alternatively, it is the difference in AI exposure of a nail salon staffed primarily with manicurists and a law office that mostly employs legal secretaries and clerks.
Die Fallentscheidung wird in die unterste Expositionskategorie eingeordnet, die schriftgutproduzierende Zuarbeit dagegen hoch.
Für ISCO 2612 weist die ILO 0,31 bei einer Streuung von 0,08 aus und ordnet den Beruf „Not Exposed" zu, der untersten der sechs Kategorien und dem niedrigsten Wert aller geprüften Rechtsberufe — anders als bei Anwälten fehlt dieser Rolle die Mandantenvertretung, gemessen ist also die entscheidende und begründende Arbeit. Bei der Erstellung von Rechtsdokumenten ist dieselbe Kette dagegen deutlich gespreizt: Die textproduzierende Schicht (3342 Legal Secretaries 0,55 bei SD 0,13) liegt in Gradient 3, die juristische Zuarbeit (3411 Legal and Related Associate Professionals 0,39 bei SD 0,14) in Gradient 1, wo laut ILO „some tasks within these roles may have high automation potential", der Beruf als Bündel aber weiter menschliche Arbeit verlangt — die Bruchlinie verläuft zwischen dem Herstellen des Textes und dem Verantworten seines Inhalts. Beides sind Expositionswerte und keine Wirkungsmessungen, was die ILO selbst betont („these new estimates reflect ‚exposure‘ to GenAI and not the actual impact on employment"); wie sich Aktenauswertung, Entscheidungsentwurf und Begründungsschrift im Alltag tatsächlich verschieben, misst keine Korpusquelle.
Der Korpus erfasst die erste GenAI-Welle und keine spezialisierten juristischen Systeme; Qualitäts-, Haftungs- und Legitimationsfragen richterlicher Entscheidungsarbeit stellt er nicht, und Aussagen zu Deutschland oder Europa auf Tätigkeitsebene liegen nicht vor.
Bewusst abgesetzt von der belegten KI-Schicht oben: Anwendungsideen, keine quellenbelegten Befunde. Sie inspirieren, sie beweisen nichts.
Diese Seite beschreibt Richter allgemein — mit Tätigkeiten wie „Anträge und Fälle hoheitlich prüfen und entscheiden“ oder „Rechtsfälle bearbeiten und Mandanten vertreten“.
Für diesen Beruf liegt die gemessene Betroffenheit im Mittelfeld.
Ihre Rolle ist bereits übernommen. Für eine Einschätzung, die zu Ihrer Lage passt, fragen wir noch nach Branche und Berufserfahrung — dieselbe Rolle bedeutet in unterschiedlichen Branchen Unterschiedliches.
SapientShift (2026): Richter — KI-Betroffenheit nach Tätigkeiten. Stand 19.07.2026. https://sapientshift.com/berufe/richter-2612
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Wie diese Aussagen entstehen — Methodik & Evidenzklassen · Datensatz Version 1.0