Der Kern dieser Arbeit ist, aus dem, was Menschen tatsächlich tun, präzise Beschreibungen zu machen – von einer einzelnen Stelle bis zu einem ganzen Berufsbild. Diese Beschreibungen entstehen aus Gesprächen und Beobachtung, nicht am Schreibtisch allein.
Ob bei der Berufswahl oder bei der Frage, was eine Stelle eigentlich verlangt: Berufsberater und Personalfachleute bringen Klarheit über Berufe und ihre Anforderungen.
Fachkräfte für Personalwesen und Berufsberatung erbringen professionelle betriebswirtschaftliche Dienstleistungen im Zusammenhang mit Personalpolitik, wie z. B. Mitarbeiterrekrutierung oder -entwicklung, Berufsanalyse und Berufsberatung. Zu den Aufgaben gehören - (a) Beratung zu und Ausübung von Personalfunktionen in Bezug auf Mitarbeiterrekrutierung, -platzierung, -schulung, -beförderung, -vergütung und Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen oder andere Bereiche der Personalpolitik; (b) Untersuchung und Analyse der in einem Betrieb ausgeübten Tätigkeiten mit verschiedenen Mitteln, einschließlich Interviews mit Arbeitnehmern, Vorgesetzten und Management, sowie Erstellung detaillierter Stellen-, Tätigkeits- oder Berufsbeschreibungen anhand der gewonnenen Informationen; (c) Erstellung von Berufsinformationen oder Mitarbeit an Systemen zur Berufsklassifikation; (d) Beratung und Mitarbeit bei den vorstehenden und anderen Aspekten der Tätigkeits- und Berufsanalyse in Bereichen wie Personalverwaltung, Arbeitskräfteforschung und -planung, Schulung oder Berufsinformation und Berufsberatung; (e) Untersuchung von und Beratung zu Beschäftigungsmöglichkeiten, Berufswahl und gegebenenfalls wünschenswerter Weiterbildung für Einzelpersonen. Beispiele für die hier eingeordneten Berufe: - Berufsberater - Personalexperte - Stellenanalytiker - Outplacement-Experte - Berufsanalytiker - Personalfachkraft - Rekrutierungsbeauftragter - Berufsorientierungsberater
Arbeitsamtleiter · Arbeitsamtleiterin · Arbeitsanalyst/in · Arbeitsanalytiker · Arbeitsanalytiker/Arbeitsanalytikerin · Arbeitsanalytikerin · Beauftragte für Arbeitsbeziehungen · Beauftragter für Arbeitsbeziehungen · Beauftragter für Arbeitsbeziehungen/Beauftragte für Arbeitsbeziehungen · Berater für Beschäftigung und berufliche Eingliederung · Berater für Beschäftigung und berufliche Eingliederung/Beraterin für Beschäftigung und berufliche Eingliederung · Beraterin für Beschäftigung und berufliche Eingliederung · +111 weitere
Quelle: ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations) — untergeordnete Occupations der ISCO-08-Gruppe 2423.
Das Verfassen von Berichten und Personaltexten verschiebt sich vom Entwerfen zum Prüfen — für Vermittlung, Auswahl und Beratungsgespräch fehlt dagegen jede Messung.
Berufsberater und Personalfachleute liegt nahe am oberen Rand — von Fahrzeugreiniger · am wenigsten bis Datenerfasser · am stärksten betroffen.
| Eigene Auswertung | ILO-Einstufung | In der Berufsgruppe |
|---|---|---|
| oberstes Fünftel von 411 Berufen | im unteren Bereich der von generativer KI berührten Berufe | Von 11 verglichenen Berufen sind 3 weniger betroffen als dieser. Gruppe: Betriebswirtschaft & Verwaltung |
Ähnlich eingeordnet: Fachkräfte für Organisationsanalyse · Kartografen und Vermessungsingenieure · Archiv- und Museumswissenschaftler
Die eigentliche Bewerberauswahl — die Vorselektion und das Auswahl- oder Beratungsgespräch selbst — ist bisher nicht inhaltlich untersucht; dazu liegen nur grobe Werte zur Betroffenheit vor. Was KI in diesen Kernschritten wirklich verändert, lässt sich daher noch nicht belastbar sagen. Gerade weil hier persönliche Einschätzung und Gesprächsführung zählen, bleibt das eine bewusst offene Stelle.
Eigene Auswertung (SapientShift-Tätigkeitsanalyse) auf Basis der ILO-Einstufung · Quelle der Einstufung: ILO, Generative AI and Jobs (Working Paper 140), 2025 · Stand 2026-07-19 · Methodik
Der schriftliche Teil dieses Berufs ist am konkretesten vermessen: In einem Experiment mit 444 Teilnehmenden halbierte sich der Zeitanteil für den ersten Rohentwurf — von rund der Hälfte auf unter ein Viertel —, während sich das Redigieren verdoppelte, bei spürbar weniger Aufwand und zugleich höherer Qualität. Der Schwerpunkt wandert also vom Schreiben zum Prüfen und Verantworten. Zwei Vorbehalte stehen unmittelbar daneben: Dieselbe Studie zeigt, dass die KI den haus- und fallspezifischen Kontext nicht mitbringt, und die Einschätzungen für solche Textaufgaben wurden ausdrücklich nach unten korrigiert, weil sie weiterhin viel menschliche Arbeit erfordern. Für die eigentlichen Kernaufgaben — Menschen vermitteln, auswählen, beraten — liegt bislang überhaupt keine Messung einer Verschiebung vor.
Das Einarbeiten und Verwalten verschiebt sich, das Führen selbst bleibt menschlich.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Die administrative Seite der Personalarbeit gehört zu den am stärksten betroffenen Bürotätigkeiten, und beim Einarbeiten zeigt sich das konkret: Mit KI-Unterstützung sind neue Mitarbeitende schon nach zwei Monaten so weit wie sonst erst nach einem halben Jahr, und deutlich weniger von ihnen kündigen früh. Das Führen selbst — das Urteilen über Menschen und das Entscheiden in offenen Situationen — wird dagegen kaum an KI abgegeben und bleibt menschliche Aufgabe.
Das Verfassen der Berichte wird schneller, das Prüfen und Verantworten der Inhalte rückt in den Vordergrund.
Beim Schreiben von Sach- und Verwaltungstexten übernimmt KI zunehmend den ersten Rohentwurf: In kontrollierten Versuchen halbiert sich die Zeit fürs Draften, während das Überarbeiten sich mehr als verdoppelt — Tempo und Qualität steigen dabei zugleich. Diese Bürotätigkeiten gehören zu den am stärksten betroffenen, und in echten Stellenanzeigen sinkt bei KI-nahen Betrieben die Nachfrage nach reinen Schreib- und Verwaltungsfertigkeiten. Was bleibt, ist das Redigieren und das Einstehen für den Inhalt.
Das Erheben und Auswerten verschiebt sich Richtung KI, doch der Aufwand am Menschen bleibt größer als zunächst gedacht.
Das Durchführen von Umfragen und Interviews zählt zu den stärker betroffenen Tätigkeiten: Sowohl die Feldarbeit selbst als auch die Auswertungsseite sind durchgängig betroffen, und stärker exponierte Aufgaben verlieren in den Daten anschließend an Arbeitsnachfrage. Zugleich haben die Forschenden ihre frühere Einschätzung nach unten korrigiert — Aufgaben wie das reine Erfassen galten einmal als fast vollständig automatisierbar, erfordern in der Praxis aber weiterhin erheblichen menschlichen Aufwand. Der Trend zeigt klar Richtung KI, fällt im Tempo aber nüchterner aus als anfangs angenommen.
Das Vermitteln zwischen Menschen und Stellen berührt die KI, ohne die Aufgabe im Kern zu verändern.
Für diesen Beruf einzeln gemessen — nicht aus verwandten Berufen übernommen.
Beim Zusammenbringen von Arbeitskräften und offenen Stellen kann KI durchaus mitwirken — etwa beim Sichten und Vorsortieren —, ohne dass sich der Charakter der Tätigkeit wesentlich verschiebt. Die eigentliche Vermittlungsarbeit bleibt eine Sache von Einschätzung und Beziehung. In angrenzenden Feldern wie Rekrutierung und Berufsberatung zeigt sich etwas mehr Bewegung, doch der Kern der Vermittlung selbst gilt als nur geringfügig betroffen.
Zuletzt geprüft 2026-07-19
Amtliche Bezeichnung nach ISCO-08: Berufsberater und -analytiker und akademische und vergleichbare Personalfachleute · 2423
Gradient 4 4416 Personnel Clerks 0.6 0.09
Establishment-level AI exposure is associated with decreased demand for management skills. On average across countries in the sample demand for management skills declined by under 4 percentage points for a one standard deviation increase in AI exposure (Figure 4.2, Panel A). All countries in the sample are associated with a decline in management skills, and all are statistically significant from zero. Resource management includes human resource management, financial management, among others.
Access to the AI tool helps newer agents move more quickly down the experience curve: treated agents with two months of tenure perform just as well as untreated agents with more than six months of tenure. In contrast, we find minimal impacts on the productivity of more-experienced or more-skilled workers.
Panel A shows that access to AI assistance is associated with the strongest reductions in attrition among newer agents, those with less than 6 months of experience. The magnitude of this coefficient, around 10 percentage points, translates into a 40% decrease relative to a baseline attrition rate in this group of 25%.
Management, at 23% of respondents, is also heavily over-represented relative to its 7% employment share, even though it accounts for only 4% of sessions. This gap is consistent with managers using Claude for tasks other than management itself: in the survey, judgment and management are named by many respondents (especially those with more experience) as capabilities AI lacks.
Similar to our 2023 study, clerical occupations exhibit the highest levels of exposure, though with a decline in their mean scores due to a reassessment of certain task-level evaluations […] Among the 13 occupations classified in gradient 4, the majority represent clerical roles, including data entry clerks, typists and word processing operators, accounting and bookkeeping clerks, and general office clerks.
In contrast, occupations involving more cognitive or knowledge-intensive tasks, such as Clerical Support Workers and Professionals, show a much more mixed picture. While some tasks in these groups received lower scores, many others were revised upwards by the expert group, reflecting the greater adaptability of generative AI for structured, data-driven, or communication-focused tasks.
ChatGPT substantially changes the structure of writing tasks. Figure 3 Panel A shows that prior to the treatment, participants spend about 25% of their time brainstorming, 50% writing a rough draft, and 25% editing. Post-treatment, the share of time spent writing a rough draft falls by more than half and the share of time spent editing more than doubles.
Our results show that ChatGPT substantially raises average productivity: time taken decreases by 0.8 SDs and output quality rises by 0.4 SDs. Inequality between workers decreases, as ChatGPT compresses the productivity distribution by benefiting low-ability workers more.
At the establishment level, AI exposure is associated with declining demand for general skills commonly used in office settings. […] Digging further into these categories, the results point to drops in demand for general office skills such word processing and spreadsheet software, basic computer programming skills, as well as administrative and clerical tasks and basic project management skills.
Gradient 3 4227 Survey and Market Research Interviewers 0.55 0.16
Above-moderate occupational exposure: even though some tasks remain less exposed, the overall potential of automation of the current tasks with GenAI is growing in these occupations.
Gradient 3 3314 Statistical, Mathematical and Related Associate Professionals 0.57 0.1 | Gradient 3 2120 Mathematicians, Actuaries and Statisticians 0.56 0.09 | Gradient 3 2431 Advertising and Marketing Professionals 0.55 0.09 | Gradient 3 2631 Economists 0.55 0.08 | Gradient 3 2642 Journalists 0.54 0.1 | Gradient 2 2632 Sociologists, Anthropologists and Related Professionals 0.48 0.12
Similar to our 2023 study, clerical occupations exhibit the highest levels of exposure, though with a decline in their mean scores due to a reassessment of certain task-level evaluations | While tasks such as taking meeting notes or scheduling appointments can significantly benefit from GenAI support, our 2023 scores for such tasks, which reached 0.9 in some cases, reflected an overly optimistic assessment of full automation potential. In reality, many of these tasks still require substantial human effort.
Tasks with higher AI exposure subsequently experience reduced labor demand. | Table A.2: Top and bottom 25 occupations by average AI exposure 25 Most Exposed Occupations … Market Research Analysts and Marketing Specialists
Minimal Exposure 3333 Employment agents and contractors 0.39 0.09
we introduce a more granular distinction of Minimal Exposure, where some interaction with GenAI may occur, but without significantly altering the nature of these roles
Gradient 2 2423 Personnel and Careers Professionals 0.45 0.07
Minimal Exposure 1212 Human Resource Managers 0.36 0.05
Das Verfassen von Berichten und Personaltexten verschiebt sich vom Entwerfen zum Prüfen, während für Vermittlung, Auswahl und Beratungsgespräch keine inhaltliche Messung vorliegt.
Die ILO ordnet Personnel and Careers Professionals (2423) in Gradient 2 ein — μ 0,45 bei SD 0,07, also moderate Exposition mit ungleich betroffenem Aufgabenmix; die administrativ-schriftliche Nachbarschicht derselben Personalarbeit liegt mit 4416 Personnel Clerks bei 0,6 (Gradient 4) deutlich darüber, die HR-Leitung mit 1212 bei 0,36 darunter. Beim schriftlichen Kern der Rolle ist die Verschiebung am konkretesten gemessen: In einem Experiment mit 444 Teilnehmenden halbierte sich der Zeitanteil des Rohentwurfs (von rund 50 % auf unter 25 %), der Anteil des Redigierens verdoppelte sich, bei 0,8 Standardabweichungen weniger Zeitaufwand und 0,4 SD höherer Qualität — dagegen steht, dass die ILO ihre eigenen 2023er-Werte für solche Textaufgaben ausdrücklich nach unten korrigierte, weil sie „still require substantial human effort", und dass der Chatbot laut derselben Studie den haus- und fallspezifischen Kontext nicht mitbringt. Für Umfragen und Interviews existiert nur ein Expositionswert des Feldberufs (4227, Gradient 3, μ 0,55 bei auffällig hoher SD 0,16, also sehr ungleich betroffenen Teilaufgaben), und für das Vermitteln von Arbeitskräften ist im gesamten Korpus keine Verschiebung dokumentiert — der Vermittlungs-Kernberuf 3333 liegt mit 0,39 unterhalb aller Gradienten, was aber ausdrücklich kein Befund von Exposition nahe null ist.
Bewerberauswahl, Vorselektion und das Beratungs- oder Auswahlgespräch selbst werden hier nicht behandelt — dazu liegen im Korpus nur Expositionswerte, aber keine einzige inhaltliche Quelle vor.
Bewusst abgesetzt von der belegten KI-Schicht oben: Anwendungsideen, keine quellenbelegten Befunde. Sie inspirieren, sie beweisen nichts.
Diese Seite beschreibt Berufsberater und Personalfachleute allgemein — mit Tätigkeiten wie „Personal führen, einstellen und schulen“ oder „Sach- und Verwaltungstexte sowie Berichte verfassen“.
Für diesen Beruf sprechen die Daten für deutliche Veränderung.
Ihre Rolle ist bereits übernommen. Für eine Einschätzung, die zu Ihrer Lage passt, fragen wir noch nach Branche und Berufserfahrung — dieselbe Rolle bedeutet in unterschiedlichen Branchen Unterschiedliches.
SapientShift (2026): Berufsberater und Personalfachleute — KI-Betroffenheit nach Tätigkeiten. Stand 19.07.2026. https://sapientshift.com/berufe/berufsberater-und-personalfachleute
Maschinenlesbare Fassung dieser Seite: Markdown
Wie diese Aussagen entstehen — Methodik & Evidenzklassen · Datensatz Version 1.0